Das Vat Xieng Thong in Luang Prabang Laos

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Unsere Zweifel waren bereits durch den Reiseführer* geweckt, als wir uns vor Sonnenaufgang auf den Weg gemacht haben, um den Almosengang der Mönche in Luang Prabang zu erleben.

Ursprünglich hatten wir uns darauf gefreut, an dieser laotischen Tradition der Speisung der Mönche teilhaben zu können. Denn der Almosengang „dag bat“ ist eine der wichtigsten religiösen Handlungen im Theravada-Buddhismus. In Luang Prabang ist das religiöse Leben immer noch sehr ausgeprägt. Jeden Morgen laufen die Mönche durch die Straßen, um ihren Tagesbedarf an Lebensmitteln und Gebrauchsgütern zu sammeln. Die Gläubigen warten kniend, in aller Stille, mit ihren Almosen am Straßenrand. Sobald die Mönche vorbeigehen, begrüßen die Betenden sie mit über der Brust gefalteten Händen und übergeben den Mönche respektvoll die Almosen.

Welchen Eindruck wir persönlich gewonnen haben

Wir hatten den Eindruck, die Almosengänge sind zu einer Touristenattraktion geworden. Reisende, darunter viele Asiaten, werden mit Reisebussen angekarrt. Überall wuseln findige Händler, die den Touristen Reis, Snacks oder Obst als Opfergabe verkaufen. Sie haben im Almosengang ihr Geschäftsmodell entdeckt. Wer kann es ihnen verübeln?

Während die asiatischen Touristen sich mit ihren Bambusmatten in die Reihen der Gläubigen einreihen, um das beste Foto mit den Mönchen zu erhaschen, positionieren sich die westlichen Urlauber mit ihren Fotoapparaten in zweiter Reihe für den besten Schuss. Von Ruhe und Besinnlichkeit kann keine Rede mehr sein. Überall stehen Behälter bereit, in die die Mönche die Opfergaben hineinwerfen. Was nachher mit diesen Behältern geschieht kann ich nicht sagen, es macht aber einen seltsamen Eindruck.

Selbstreflexion

Unsere Zweifel haben sich bestätigt und zurück bleibt ein Gefühl der Schuld, dass man selbst Teil der Touristenshow geworden ist. Und dass wir selbst einen negativen Beitrag geleistet haben, die Tradition zu zerstören. Das sind Erfahrungen, die man auf Reisen macht. Und Fehler, aus denen man lernt.

Wir haben für uns selbst daraus gelernt, künftig noch besser zu hinterfragen, welche Auswirkungen die eigenen Aktivitäten auf die Menschen, die Kultur und die Tradition eines Landes haben. Natürlich bleibt die Entscheidung, den Almosengang zu erleben, jedem selbst überlassen. Dieser Artikel spiegelt rein unsere persönliche Meinung wider.

*Recherche-Quelle und Reiseführer: „Laos“, Stefan Loose Travel Handbücher, Ausgabe 2013

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2 Comments

  1. Genau so hab ich es auch gesehen. Ein eher unwürdiges Touri-Spektakel. Könnt ihr hier mal nachlesen. Ich hab mich mit schlechtem Gewissen in der dritten Reihe aufgehalten.

    grußß
    herbb

    1. Hallo Herbb,
      die Stimmung vor Ort hast du in deinem Artikel echt gut eingefangen! Schade, denn eigentlich ist das religiöse Leben in Luang Prabang mit seinen Tempeln, Mönchen und Novizen ja sehr verwurzelt und keine „Show“.
      Liebe Grüße, Lisa

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