Wer sich durch unsere Artikel klickt, kann es erahnen: Ich bin ein absoluter Frühlings- und Blütenfanatiker. So schafft es im Frühjahr kaum ein blühender Baum, sich an mir vorbeizuschleichen ohne direkt fotografiert zu werden 😉

Als mir eine Freundin letztes Jahr Fotos von Schloss Schwetzingen zur Kirschblüte gezeigt hat, wanderte das Ausflugsziel natürlich ganz schnell rauf auf unsere Frühlings-Bucketlist!

Schloss Schwetzingen und sein Schlossgarten zur Kirschblüte

Jedes Jahr Ende März, Anfang April verwandeln Japanische Zierkirschen den Obstgarten im Schwetzinger Schloss in ein rosa Blütenmeer.

Dieses Schauspiel lockt an einem supersonnigen Frühlingssonntag natürlich nicht nur uns, sondern auch Tausende andere Besucher in den Schlossgarten. So picknicken deutsche neben asiatischen Familien im Schatten der Bäume, Studentinnen tragen traditionelle Kleidung um ein paar Fotogrüße nach Hause zu schicken und überall werfen sich Manga-Fans in ihre Cosplay Outfits.

Kirschbluete im Schloss Schwetzingen
Wunderschöne Kirschblüte im Schloss Schwetzingen
Eine kunterbunte Mischung an Kulturen bei der Kirschbluete im Schlossgarten Schwetzingen
Eine kunterbunte Mischung an Kulturen

Kirschbluete im Schloss Schweigen in Baden-Wuerttemberg

Frankreich, England und der Orient: weltoffene Experimentierfreude

Aber nicht nur die Besucher, auch der Schlossgarten selbst wirkt wie ein fröhlichbuntes Miteinander der Kulturen: Asiatische Kirschblüte, eine prächtige Gartenmoschee, französischer Barock- und englischer Landschaftsgarten, eine konstruierte Tempelruine. Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz, der den Garten im 18. Jahrhundert nach seinen Vorstellungen ausbauen ließ, war wohl ein weltoffener und experimentierfreudiger Herrscher.

Schloss Schwetzingen war die Sommerresidenz des Kurfürsten und unter ihm erlebte das herrschaftliche Anwesen ab Mitte des 18. Jahrhunderts seine größte Blütezeit. In seinem Zentrum ist der Schlossgarten ein klassischer Barockgarten mit geometrischen Formen und absoluter Symmetrie. Dahinter schließt sich ein parkähnlicher Garten an, den Kurfürst Carl Theodor nach englischem Vorbild anlegen ließ. Mitten hinein setzte der Architekt Nicolas de Pigage ein als Ruine erbautes Aquädukt, ein römisches Wasserkastell und den Merkurtempel, ebenfalls als Ruine erbaut.

Der Barockgarten von Schloss Schwetzingen
Der Barockgarten von Schloss Schwetzingen
Gebaut als Ruine: der Merkurtempel im Schlossgarten Schwetzingen
Gebaut als Ruine: der Merkurtempel

Wen wundert es nun überhaupt noch, dass hinter dem rosaroten Kirschblütenmeer plötzlich eine wunderschöne Moschee auftaucht? Die ebenfalls von Nicolas de Pigage ab 1779 gebaute Gartenmoschee war zwar nie ein Gotteshaus und diente keinen religiösen Zwecken. Trotzdem zeigt sie durch die Verwendung orientalischer und westlicher Elemente eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Toleranz des Kurfürsten.

Die innere Kuppel ist detailreich verziert und mit Sprüchen in arabischen Schriftzeichen und deutscher Übersetzung geschmückt. Heute ist die Gartenmoschee die einzige noch erhaltene in ganz Europa und schon alleine deshalb einen Besuch wert!

Gartenmoschee Schloss Schwetzingen

Die Gartenmoschee im Schwetzinger Schlossgarten
Die Gartenmoschee im Schwetzinger Schlossgarten

Innenleben der Gartenmoschee im Schloss Schwetzingen

Tipps zur Kirschblüte im Schloss Schwetzingen

Wer sich fühlen möchte wie zu „Hanami“, dem Kirschblütenfest in Japan, der sollte vermutlich wie wir an einem supersonnigen Sonntagnachmittag zur Hauptblütezeit kommen. Wer es doch etwas ruhiger mag, besucht den Schlossgarten besser unter der Woche oder gleich morgens zur Parköffnung.

  • Das offizielle Blühbarometer zeigt den aktuellen Stand der Blüte
  • Eintritt Schlossgarten Schwetzingen 6 EUR p.P. (im Winter 4 EUR)
  • Schloss oder Schlossgarten mit Führung je 10 EUR p.P. (im Winter 8 EUR)
  • Öffnungszeiten Schlossgarten von 31.3. bis 26.10. täglich 9 bis 20 Uhr (im Winter bis 17 Uhr)
  • Parkplätze sind rund ums Schloss vorhanden
  • Alle aktuellen Infos und Wissenswertes findest du auf der Website

Schwetzingen selbst ist übrigens eine sehr sehenswerte Stadt und liegt nur rund 10 Kilometer von Heidelberg entfernt!

Unsere frühlingshafte Ausflugsliste

Für Frühlingsfans in Baden-Württemberg ist es gar nicht so einfach, sich für ein einzelnes Blütenmeer zu entscheiden, denn es gibt zahlreiche lohnenswerte Ausflugsziele:

  • Zum Auftakt lockt Anfang März die blauviolette Zavelsteiner Krokusblüte bei Bad Teinach im Nordschwarzwald die Menschen ins Freie.
  • Ende März öffnet das Blühende Barock in Ludwigsburg seine Pforten – dieses Jahr mit tausenden Frühjahrsblühern und Osterelementen unter dem Motto „Frühlingserwachen“.
  • Zur gleichen Zeit beginnt der Maurische Garten der Wilhelma in weiß, rosa und pink zu erblühen: Der mit 70 Bäumen größte Magnolienhain nördlich der Alpen erwacht zum Leben. Dieses Blütenwunder selbst zu erleben, steht für´s nächste Jahr ganz oben auf unserer Wunschliste! Marion von Escape from Reality war bereits dort und zeigt auf ihrem Blog unglaublich tolle Blütenbilder.
  • Nicht zuletzt und völlig kostenlos gibt’s in unserem schönen Ländle natürlich die zahlreichen weiß-bunten Streuobstwiesen zu bewundern – das Schwäbische Hanami 🙂

Wir haben also noch so einige frühlingshafte Ausflugsziele auf unserer Wunschliste stehen 🙂 Wie sieht’s mit dir aus? Hast du weitere Tipps für uns?

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2 Comments

  1. Super, dass unser Zuhause Schwetzingen auch einmal in einem Reiseblog verewigt wurde! Natürlich ist es im Schlosspark zur Kirschblüte immer recht voll.
    Übrigens ist es vom Park her ausdrücklich erwünscht, im Kirschbaumgarten zu picknicken!

    1. Hey Stefan, Schwetzingen ist aber auch eine schöne Stadt! Wir fanden es ja gar nicht mal so schlimm, dass es so voll war. Wie geschrieben – so wuselig stelle ich mir auch das Kirschblütenfest in Japan vor 🙂
      Liebe Grüße, Lisa

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