Wandern und Genuss im Schwarzwald

Wandern auf dem Brennersteig im Renchtal, Allerheiligen Wasserfälle und ein Roadtrip entlang der Schwarzwaldhochstraße. Unsere Tipps für ein tolles Wochenende im Schwarzwald!

Morgentau bedeckt noch die Wiesen, als wir uns am Ostersonntag auf den Weg in den Nordschwarzwald machen. Das Frühlingswochenende verspricht Sonne satt und die blühende Landschaft, die wie ein Daumenkino an uns vorbeizieht, lässt unsere Füße kribbeln. Also Sonnenbrille auf, Fenster runter und nach gut eineinhalb Stunden Fahrt endlich ab von der Autobahn und rauf auf die Schwarzwaldhochstraße!

Ein Wochenende im Schwarzwald
Ein Wochenende im Schwarzwald – wandern und genießen im wunderschönen Renchtal

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Feiertags-Trubel auf der Schwarzwaldhochstraße

Obwohl wir extra früh aufgebrochen sind, ist auf der Schwarzwaldhochstraße schon ganz schön viel los. Kaum verwunderlich an diesem supersonnigen Ostersonntag – die Schwarzwaldhochstraße ist schließlich eine der schönsten und bekanntesten Touristenstraßen im Schwarzwald.

Auf rund 60 Kilometern führt sie von Baden-Baden im Nordschwarzwald bis Freudenstadt und verbindet wunderschöne Ausblicke mit einigen beliebten Ausflugszielen.

Hier findest du eine grobe Übersichtskarte über die Sehenswürdigkeiten entlang der Schwarzwaldhochstraße.

Die Schwarzenbach Talsperre im Nordschwarzwald
Die Schwarzenbach Talsperre im Nordschwarzwald

Nach einem kleinen Abstecher an die Schwarzenbach-Talsperre (zugegebenermaßen nicht ganz freiwillig, sondern weil wir uns verfahren haben 😉 ) fahren wir zum beliebten Mummelsee.

Mummelsee – ein Relikt der Eiszeit

Der Mummelsee auf knapp über 1000 Meter Höhe ist der höchstgelegene, größte und tiefste der sieben verbliebenen Schwarzwälder Karseen und liegt direkt an der Schwarzwaldhochstraße. Dunkel und mystisch zwischen hohen Tannen ruht er seit der Eiszeit direkt unterhalb der Hornisgrinde, mit 1163 Metern dem höchsten Berg des Nordschwarzwalds.

Der Mummelsee ist ein Karsee im Nordschwarzwald
Ein Relikt der Eiszeit: der Mummelsee unterhalb der Hornisgrinde

Auf einem barrierefreien, 800 Meter langen Rundweg kann man den See ganz bequem umrunden. Vermutlich zählt er auch deshalb zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region und ist heute Morgen bereits so gut besucht, dass wir fast keinen Parkplatz finden.

Wegen unserem ungeplanten Talsperren-Abstecher fehlt uns jetzt leider die Zeit, den Trubel hinter uns zu lassen und auf die Hornisgrinde zu wandern. Denn wir treffen uns zum jährlichen Osteressen mit unserer Familie in Oberkirch und wollen natürlich keinesfalls das Mittagessen verpassen.

Bis auf den Gipfel der Hornisgrinde müssen vom Mummelsee aus nur noch rund 150 Höhenmeter überwunden werden. Der kurze Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall, denn vom Hornisgrindenturm hast du eine tolle Aussicht bis zu den Vogesen und auch die Hochmoorlandschaft auf dem Bergrücken ist beeindruckend! Bilder und Eindrücke der Wanderung findest du zum Beispiel bei Kathrin und Kristin von Travelinspired.

Info: Kostenlose Parkplätze und Einkehrmöglichkeit im Berghotel Mummelsee, direkt am See gelegen.

Über Sasbachwalden ins Renchtal

Wandern und geniessen im Renchtal im Schwarzwald
Bilderbuchidylle rund um Sasbachwalden
Ein Alpaka in Sasbachwalden
Hey Sweetie 🙂 Alpaka zwischen Apfelblüten

Auf der Weiterfahrt nach Oberkirch machen wir einen kurzen Stopp im Wein- und Fachwerkdorf Sasbachwalden. Schwarzwaldidylle pur! Im Ortskern blühen die Blumen und die Landschaft rundherum leuchtet in frischem Grün, gesprenkelt mit weißen Blüten und roten Dächern. Es wundert uns nicht, dass Sasbachwalden schon mehrmals als schönste Gemeinde Deutschlands ausgezeichnet wurde. Ich kann mich kaum losreißen, nur der knurrende Magen schafft es, uns zum Aufbruch zu bewegen.

Allerheiligen Wasserfälle

Gut gestärkt mit leckerem badischen Spargel und einem ordentlichen Stück Schwarzwälder Kirschtorte machen wir uns nach der Familienfeier am Nachmittag noch auf den Weg zu den Allerheiligen Wasserfällen. Die höchsten naturbelassenen Wasserfälle im Nordschwarzwald stürzen in 7 Kaskaden rund 83 Meter die Felsen hinab. Über 250 Stufen und gut begehbare Wege wandern wir die Schlucht hinauf, immer direkt an der spritzenden Gischt entlang. Alleine sind wir natürlich auch hier nicht, am späten Nachmittag scheint der größte Besucherandrang aber bereits vorbei zu sein.

Die Allerheiligen Wasserfaelle im Nationalpark Schwarzwald
Die Allerheiligen Wasserfälle im Nationalpark Schwarzwald
Wandern entlang der Allerheiligen Wasserfaelle im Nordschwarzwald
Wandern entlang der Allerheiligen Wasserfälle

Oben, wo der Lierbach noch friedlich dahinplätschert, erreichen wir den verwaisten klösterlichen Barockgarten und laufen vorbei an der Ausflugsgaststätte zur Klosterruine Allerheiligen. 1804 wurde das Kloster vom Blitz getroffen und zerstört. Aber auch als Ruine ist der Bau aus Buntsandstein noch beeindruckend und ein beliebtes Fotomotiv.

Die Klosterruine Allerheiligen im Nordschwarzwald
Die Klosterruine Allerheiligen

Die Klosterruine Allerheiligen im Nationalpark Schwarzwald

Die Gaststätte Allerheiligen serviert auf der schönen Terrasse gutbürgerliche Küche sowie Kaffee und hausgemachte Kuchen. Über den „Sagenrundweg“ kannst du vom Klosterlädle über die Engelskanzel wieder zurück nach unten zu den Parkplätzen laufen. Auf dem Weg hast du schöne Ausblicke ins Lierbachtal und triffst immer wieder auf Tafeln, die Sagen rund um das Kloster erzählen.

Infos:

  • Kostenlose Parkplätze gibt´s am unteren Eingang der Wasserfälle sowie oberhalb der Klosterruine
  • Der Eintritt ist frei
  • Wanderung Wasserfälle und Sagenrundweg ca. 3,6 Kilometer, 1,5 Stunden (nicht barrierefrei)
  • Einkehrmöglichkeit in der Gaststätte Allerheiligen

Obstblüte im Schwarzwald: Das Renchtal – Toskana oder Südtirol?

Das Renchtal im Ortenaukreis liegt zwischen der Rheinebene und den Höhen des Schwarzwalds im badischen Teil von Baden-Württemberg. Die Ortenau ist bekannt für ihren Weinbau, der hier seit der Römerzeit betrieben wird.

Die „Toskana Deutschlands“ wird das Renchtal auch gerne genannt. Vermutlich wegen des milden Klimas, der vielen Sonnenstunden, des mediterranen Flairs, der sanften Hügel, hervorragenden Weinen und toller Gastronomie. Jetzt im Frühjahr, wenn sich die Region zur Obstblüte in ein rosa-weißes Blütenkleid wirft, erinnert sie uns allerdings viel mehr an Südtirol. Ganz egal, auf jeden Fall sind wir absolut begeistert von der blühenden Landschaft, die hier gerade zu explodieren scheint 🙂

Streuobstwiese im Renchtal bei Oberkirch
Streuobstwiese im Renchtal

Das Renchtal wird auch als die Toskana Deutschlands bezeichnet

Im milden Klima gedeihen anscheinend nicht nur Wein und Obst besonders gut: wir sind überrascht, als wir in vielen Gärten sogar riesige Palmen entdecken. Überhaupt scheint der Frühling hier schon einen ganzen Schritt weiter zu sein als bei uns zuhause im Hohenloher Land. Die Gärten blühen und duften, alle Gemeinden wirken schon herausgeputzt für den anstehenden Sommertourismus.

Auf der gesamten Strecke von Achern (Autobahnausfahrt) bis Oppenau erstreckt sich im Frühjahr ein Blütenparadies. Moderne Apfelplantagen wechseln sich mit ursprünglichen Streuobstwiesen ab. Dazwischen treiben die ersten Weinreben aus, um die zur Zeit noch kahlen Weinberge zu schmücken. Ob in Mösbach, Ulm (Renchen), Oberkirch mit seinen Stadtteilen, Lautenbach oder Oppenau – es findet sich überall ein Plätzchen, um das Auto zu parken und entlang der Blütenwiesen zu schlendern.

Wein und Genuss in Oberkirch

Oberkirch liegt an der Badischen Weinstraße und ist mit knapp über 20.000 Einwohnern die größte Stadt des Renchtals. Es lohnt sich auf jeden Fall, durch die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern zu schlendern und in einem der Restaurants einzukehren. Wir können die leckeren Flammkuchen im Gasthof zur Sonne wärmstens empfehlen!

Mit etwas mehr Zeit (und nicht am Osterwochenende) hätten wir gerne noch die Oberkircher Vinothek oder den ein oder anderen Winzer für eine Weinprobe besucht. Dafür haben wir uns nach der Wanderung auf dem Brennersteig ein verspätetes Mittagessen auf der Schauenburg gegönnt. Die Burgruine thront hoch über Oberkirch, du kannst sie zu Fuß oder mit dem Auto erreichen. Von hier oben hast du schöne Ausblicke über das Renchtal, die Rheinebene und bis nach Frankreich.

Die Burgruine Schauenburg in Oberkirch
Die Burgruine Schauenburg thront über Oberkirch
Genuss im Schwarzwald auf der Burgruine Schauenburg in Oberkirch
Genießer-Pause auf der Burgruine Schauenburg

Frühling im Schwarzwald: Wandern auf dem Brennersteig

Oberkirch ist nicht nur eine vielfach prämierte Weinstadt, sondern ebenso bekannt für ihre zahlreichen Brennereien. Allein in Oberkirch gibt es über 900 (!) Hausbrennereien, die ihre Brände und Liköre traditionell herstellen. Diese Vielfalt verdanken die Oberkircher dem Bischof von Straßburg, der 1726 ein Gesetz erlassen hatte das den Bauern erlaubte, überschüssiges Obst zu Schnaps zu verarbeiten.

Vom Geschmack der guten Geister kannst du dich unter anderem auf dem Wanderweg „Brennersteig“ überzeugen. Auf knapp 14 Kilometern wanderst du hier durch Wälder und Weinreben, vorbei an Obstwiesen und Höfen. Immer mit Weitblick über die Rheinebene bis ins Elsass und zu den Vogesen, über die Schwarzwald Täler und hübsche Ortschaften.

Auf der Strecke hast du zahlreiche Einkehrmöglichkeiten und an vielen liebevoll gestalteten „Schnapsbrunnen“ kannst du dich zu einem kleinen Preis selbst bedienen.

Ausblicke vom Brennersteig auf den Schwarzwald
Ausblicke vom Brennersteig auf die Schwarzwaldtäler
Apfelplantage auf dem Brennersteig
Blühende Apfelplantage auf dem Brennersteig

Plane für die Wanderung auf jeden Fall genügend Zeit ein. Die Wege sind einfach zu begehen und nicht sehr anstrengend, perfekt für eine richtige Genießer-Wanderung, die ruhig den ganzen Tag dauern darf.

Ausblick auf den Schwarzwald vom Geigerskopf

Die schönste 360-Grad-Rundumsicht auf dem Brennersteig hast du definitiv vom Aussichtsturm Geigerskopf!

Ausblick vom Geigerskopf auf dem Brennersteig
Ausblick vom Geigerskopf auf dem Brennersteig

Infos zum Brennersteig:

  • Länge: 13,9 Kilometer
  • Dauer: rund 5 Stunden
  • Start: Wanderparkplatz Hesselbach
  • Gute Beschilderung
  • Viele Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke
  • Beste Jahreszeit: Im Frühjahr zur Obstblüte oder im Herbst, wenn die Bäume voller Früchte hängen und die Weinreben sich bunt färben
  • Viele Infos und eine Karte findest du auf der offiziellen Website

To-do-Liste für die kommenden Familienbesuche im Schwarzwald

Es gibt noch so einiges, was wir im Renchtal und im Nordschwarzwald erkunden wollen. Auf unserer To-do-Liste weit oben stehen unter anderem:

  • Wandern auf dem Maisacher Turmsteig: den Turm und seine Umgebung haben wir zwar schon mehrmals besucht, allerdings sind wir noch nie den Maisacher Turmsteig gelaufen, der es wohl ganz schön in sich hat.
  • Wein Wanderung Oberkirch „Von der Höll ins Paradies“
  • Weinproben und Besichtigung von Weingütern und Brennereien, Weinprobe im Schloss Durbach
  • Mal wieder auf den Lotharpfad: Nach dem Orkan Lothar, der hier an Weihnachten 1999 wütete, wurde dieser 1 Kilometer lange Sturmerlebnispfad geschaffen. Er führt über Stege, Leitern und Treppen durch die Landschaft, die nach der Verwüstung sich selbst zur Regeneration überlassen wurde. Seit seiner Eröffnung 2003 sind wir den Lotharpfad schon öfter gelaufen und es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Natur aus eigener Kraft erholt!
  • Den Nationalpark Schwarzwald erkunden

Unser Hoteltipp im Renchtal (Oberkirch)

Unser Hoteltipp für die Erkundung des Renchtals: Pflugwirts Gasthaus mit Hotel * in Oberkirch-Haslach.

Der Stadtteil Haslach ist ein ruhiger und idyllischer Winzerort, rund 5 Kilometer von Oberkirch entfernt. Erst Ende 2014 wurde das Landhotel als Ergänzung zum Gasthaus eröffnet. Haslach liegt umgeben von Weinreben und im Frühling blühenden Obstbäumen, die wir bei einem kleinen Spaziergang erkundet haben.

Schwarzwaldidylle im Winzerort Oberkirch-Haslach
Schwarzwaldidylle im Winzerort Oberkirch-Haslach

Reiseführer Schwarzwald

Perfekt geeignet für einen ausgedehnten Urlaub im Schwarzwald ist das DuMont Reise-Taschenbuch Schwarzwald *

Wir lieben die Dumont-Reihe „Eskapaden“, von der wir auch die Stuttgarter Edition besitzen. Hier findest du 52 Ausflugsziele in die Natur – für wenige Stunden, für einen Tag oder für ein Wochenende. Obwohl dieser Reiseführer eher für Einheimische gedacht ist, finden wir ihn total spannend und wunderschön gemacht! 52 kleine & große Eskapaden im Schwarzwald *


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Wir hoffen, wir konnten dir ein paar schöne Tipps für einen Ausflug ins Renchtal und den Nordschwarzwald geben und freuen uns auf dein Feedback in den Kommentaren 🙂

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2 Comments

  1. Liebe Lisa,
    Frühling im Schwarzwald, wie schön! Zu der Jahreszeit müssen wir wohl auch noch mal auf Entdeckungstour gehen. Schade nur, dass der Schwarzwald von uns so weit weg ist.
    Toller Bericht und schöne Fotos! An dem niedlichen Alpaka hätten wir wohl auch nicht vorbeigehen können 🙂
    Liebe Grüße
    Kristin

    1. Vielen lieben Dank, Kristin!
      Jaaa, das Alpaka war einfach zu knuddelig 🙂 Stimmt, vom hohen Norden ist es zumindest für einen Kurztrip echt ein bisschen weit. Aber es gibt ja noch so viel Schönes bei uns in Baden-Württemberg zu erkunden 😉
      Liebe Grüße, Lisa

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