Genusswandern in Suedtirol im Meraner Land

Das fängt ja super an! Statt entspannt in unseren Südtirol Kurzurlaub zu starten, lässt das Schneetreiben im Allgäu unseren Puls erstmal ganz schön in die Höhe schnellen. Denn natürlich sind wir – wie sollte es Mitte Mai auch anders sein – auf Sommerreifen unterwegs. Immerhin, den Schnee lassen wir irgendwo nach dem Brenner hinter uns. Begleitet werden wir jetzt nur noch von den schweren dunklen Wolken, die die Bergspitzen höchstens erahnen lassen.

Kurzurlaub in Südtirol: Genusswandern im Meraner Land

Nach jahrelangem „wir müssten mal…“ sind wir nun endlich ein paar Tage mit meinen Eltern in Südtirol unterwegs. Mama und Papa verbringen seit Jahren ihren Urlaub hier im Meraner Land und wollen uns vier Tage lang einige ihrer Lieblingsplätze zeigen.

Tipps zum Genusswandern in Suedtirol im Meraner Land
Wandern und genießen passt kaum wo besser zusammen als in Südtirol

Vermutlich ist es nirgends einfacher, wandern und genießen zu verbinden als in Südtirol. In der Höhe locken die Almen und Hütten, im Tal hervorragende Restaurants. Von deftig alpin bis mediterran schlemmen wir uns durch die Speisekarten im Meraner Land. Natürlich immer mit einem guten Glas Lagrein, dem kräftigen Rotwein der Region.

Überhaupt ist es die Mischung aus schroffen Bergen und südländischer Lebensart, die uns an Südtirol so gut gefällt: Palmen, Wein und Obstplantagen vor schneebedeckten Dreitausendern. Nur von den vielen angepriesenen Sonnenstunden hätten wir gerne noch etwas mehr abbekommen 😉

Hier kommen unsere Tipps für vier erholsame Genießertage im Meraner Land!

Lustwandeln in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Vom feuchtgrauen Wetter lassen wir uns die Laune nicht verderben und ziehen gleich am ersten Tag unseren Schlechtwetter-Joker: Bummeln durch die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Denn das geht im Zweifel auch mit Regenschirm.

Der Garten fuer Verliebte in Schloss Trauttmansdorff
Der „Garten für Verliebte“ in Schloss Trauttmansdorff

Blick auf Schloss Trauttmansdorff in Meran

Auf einer Fläche von 12 Hektar findet man in der weitläufigen Gartenanlage Pflanzen aus aller Welt, Tiere, Aussichtspunkte und Kunst. Palmen, blühende Rosen und Skulpturen vor dem Panorama der schneebedeckten Berge – ein Träumchen für Gartenfans wie meine Mutter und mich. Ich liebe ja jegliche Art von Villen, Parks und Schlossgärten und kann absolut verstehen, warum Kaiserin Sissi sich hier so wohlfühlte. Zwei Kuraufenthalte verbrachte sie in Schloss Trauttmansdorff, das extra für sie renoviert und prunkvoll eingerichtet wurde. Diese Aufenthalte waren es dann auch, die Schloss Trauttmansdorff und Meran als Kurstadt so berühmt machten.

Weitere Ideen für Schlechtwettertage:

  • Besichtigung von Schloss Tirol
  • Bummeln und Shopping in Meran – schließlich bleibt man unter den Arkaden trocken
  • Weinprobe in einem der vielen Südtiroler Weingüter

Spaziergang über Meran: von Schenna auf den Tappeinerweg

Am nächsten Tag wollen wir Meran auf seinen zahlreichen Spazierwegen und Promenaden erkunden. Von unserem Hotel in Schenna laufen wir auf dem Mitterplattweg durch Apfelplantagen und Weinreben bis nach Meran, immer mit schönen Ausblicken und bei gutem Wetter garantiert sonnig!

Blick auf Schenna im Meraner Land
Blick zurück auf Schenna

In Meran angekommen, schlendern wir über die Winterpromenade entlang der Passer und über die üppig bepflanzte Gilfpromenade bis zur engen Gilfklamm, durch die die Passer tost. Wie schön, dass es die Ärzte so gut mit Meran meinten. Wo die 1880 vom Meraner Arzt Hans Prünster angelegte Gilfpromenade endet, beginnt auch schon der beliebte Tappeinerweg – benannt nach seinem Gestalter Dr. Franz Tappeiner. Wer dazwischen noch den Pulverturm besteigt, wird mit einem tollen Ausblick über die Kurstadt Meran belohnt!

Pflanzenpracht entlang der Gilfpromenade in Meran
Üppige Pflanzenpracht und beeindruckende Pflanzenfiguren auf der Gilfpromenade
Blick hinunter auf die Passer in Meran vom Tappeinerweg
Blick hinunter auf die Passer
Ausblick auf Meran vom Pulverturm auf dem Tappeinerweg
Ausblick auf Meran vom Pulverturm

Merans schönste Promenade: Der Tappeinerweg

Der Tappeinerweg verläuft oberhalb von Meran entlang des Küchlbergs und ist vermutlich der bekannteste und beliebteste Spazierweg der Kurstadt. Völlig zurecht! Denn die 4 Kilometer lange Höhenpromenade ist für Jung und Alt einfach zu begehen, wunderschön angelegt mit alpinen und mediterranen Pflanzen und bietet tolle Ausblicke auf Meran.

Es gibt verschiedene Einkehrmöglichkeiten, wir entscheiden uns für die urig wirkende Saxifraga Stubn. Nicht gerade günstig, wie sich beim Blick in die Karte herausstellt. Aber die Aussicht und die leckeren Südtiroler Schlutzkrapfen lassen den höheren Preis verschmerzen.

Mittagspause mit Ausblick in der Saxifraga Stubn auf dem Tappeinerweg in Meran
Mittagspause mit Ausblick in der Saxifraga Stubn

Ausblick auf Meran vom Tappeinerweg

Da wir noch etwas von Meran sehen wollen, kürzen wir den Tappeinerweg einfach ab und laufen nach etwa der Hälfte einen kleinen Serpentinenweg hinunter ins Zentrum von Meran.

Meran ist die zweitgrößte Stadt in Südtirol, dafür aber herrlich entspannt. Highlights sind die Laubengasse, das prachtvolle Kurhaus im Jugendstil, die Pfarrkirche St. Nikolaus, die Promenaden entlang der Passer und natürlich die netten Cafés, in denen man seinen Aperol genießen kann.

Meraner Laubengasse in der Altstadt
Meraner Lauben in der Altstadt
Blumenpracht vor dem Meraner Kurhaus
Blumenpracht vor dem Meraner Kurhaus

Infos zum gemütlichen Tagesspaziergang:

  • Start: Schenna
  • Ziel: Meran
  • Über den Mitterplattweg nach Meran (4,6 Km)
  • Gilfpromenade in Meran (1 km)
  • Tappeinerweg über Meran (gesamt 4 Km)
  • Spaziergang durch Meran

Von Meran aus bestehen – wie eigentlich überall in Südtirol – gute Busverbindungen, so dass wir uns den Aufstieg nach Schenna sparen können.

Der Maiser Waalweg und das Apfelhotel

Um es gleich mal vorweg zu nehmen: das Beste am Maiser Waalweg ist die Pause im Apfelhotel Torgglerhof kurz vor Saltaus 😉 Was natürlich nicht heißen soll, dass der Waalweg an sich nicht auch wunderschön zu laufen wäre.

Genusswandern in Suedtirol im Meraner Land
Ausblick vom Maiser Waalweg – heute endlich mit Sonne 🙂

Er startet bei Schloss Planta im alten Meraner Villenviertel Obermais und verläuft teils sonnig durch Apfelplantagen und Weinreben, teils schattig durch einige Waldpassagen bis nach Saltaus im Passeiertal, immer parallel zur rauschenden Passer.


Was sind eigentlich Waalwege in Südtirol?

Schon im 13. Jahrhundert legten Bauern die ersten Waale als Bewässerungskanäle in Südtirol an, um die sonnigen Hänge und Felder zu bewässern oder Tränken zu füllen. Dazu wurden Flüsse und Bäche angezapft und das Wasser in schmale Kanäle, die Waale, geleitet. Die neben den Waalen verlaufenden Wege dienten der Pflege und Wartung der Wasserkanäle durch die sogenannten Waaler. Heute sind die Waalwege beliebte Spazier- bzw. leichte Wanderwege, da sie in geringer Höhe, ohne große Steigung und oft supersonnig und mit grandioser Aussicht verlaufen. Das I-Tüpfelchen auf den Waalwegen sind die oftmals tollen Einkehrmöglichkeiten. Also Genusswandern pur!

Auf dem Maiser Waalweg von Schenna nach Saltaus

Als Signal für den Waaler, dass der Waal funktioniert und das Wasser stetig läuft, wurden sogenannte Waalschellen installiert. Solange das kleine Mühlrad läuft, erklingt regelmäßig die Glocke. Sobald aber das Klingeln erlischt, muss der Waaler nach dem Rechten sehen.


Waalschelle auf dem Maiser Waalweg
Die Waalschelle: Solange die Glocke läutet, ist alles in Ordnung!

Selbstversorgung an der Waalerhütte

Fast am Ende des Maiser Waalwegs, kurz vor Saltaus, machen wir Pause im Apfelhotel Torgglerhof. Die Unterkunft mitten in der Natur, der riesige Garten um die alte Trauerweide, der Outdoor-Wellness-Bereich und die Mischung zwischen Alt und Neu sind einfach der Hammer. Auch als Nicht-Hotelgast fühlen wir uns pudelwohl und lassen uns von der Gourmetküche so richtig verwöhnen. Auf den Tisch kommt Regionales und Saisonales, zubereitet von Chefkoch Christian Pricher, der bereits einige Preise absahnen konnte. Zu gerne würden wir uns hier mal für ein paar Nächte einquartieren!

Pause im Apfelhotel am Ende des Maiser Waalwegs
Pause im Apfelhotel am Ende des Maiser Waalwegs

Ausblick vom Maiser Waalweg von Schenna nach Saltaus

Am Ende des Waalwegs kann man beobachten, wie das Wasser aus der Passer abgezapft wird, um in dessen weiteren Lauf durch den Waal die Felder zu bewässern.

In Saltaus befindet sich auch die Talstation der Hirzer Seilbahnen, mit denen man das Hirzer Hochplateau auf knapp 2000 m erreicht. Dort oben lässt es sich laut Mama und Papa wunderbar von Alm zu Alm wandern – ein Pflichtstopp bei unserem nächsten Besuch 🙂

Von Saltaus aus gibt es gute Busverbindungen zur Rückfahrt. Da wir uns die gerade erfutterten Kalorien gleich wieder abtrainieren wollen, laufen wir lieber zurück nach Schenna.

Infos Maiser Waalweg

  • Start: Schloss Planta in Obermais (Meran)
  • Ziel: Saltau
  • Länge: 8 Kilometer
  • Dauer: gute 2 Stunden
  • Markierung: sehr gut
  • Schwierigkeit: Leicht, kaum Steigung
  • Einkehr: Apfelhotel Torgglerhof
  • Gute Busverbindungen

Ausblicke und Genuss: Meraner Höhenweg, Algunder Waalweg und die Tappeiner Promenade

Heute wollen wir etwas höher hinaus und starten unsere Tageswanderung auf dem Meraner Höhenweg.

Von Dorf Tirol geht’s mit der Gondel bequem rauf auf die Bergstation Hochmuth auf 1.400 m. Oben angekommen, wandern wir auf dem Weg Nr. 24, dem Hans-Frieden-Weg in westliche Richtung zur Leiteralm. Für die kurzen 2,5 Kilometer brauchen wir mehr als eine Stunde, da wir immer wieder stehenbleiben, staunen und fotografieren müssen! Der schmale Weg ist wirklich spektakulär: links der Abgrund, rechts die steilen Felswände, unser Blick reicht über das Etschtal und bis zu den Dolomiten.

Ausblick ueber den Berggasthof Hochmuth und das Meraner Land vom Meraner Hoehenweg
Ausblick über den Berggasthof Hochmuth und das Meraner Land
Toller Weg mit Ausblick zwischen Abgrund und Felsen auf dem Meraner Hoehenweg
Toller Weg mit Ausblick zwischen Abgrund und Felsen 🙂

Als wir die Leiteralm erreichen, ist es leider noch zu früh für eine wirkliche Rast. Daher belassen wir es bei einem neidischen Blick auf den lecker aussehenden Kaiserschmarrn am Nachbartisch und genießen für ein paar Minuten die Aussicht mit hausgemachter Holunderschorle.

Einkehr in der Leiteralm auf dem Meraner Hoehenweg
Einkehr in der Leiteralm

Von der Leiteralm nehmen wir den historischen Korblift hinunter nach Vellau. Diese gut ausgeschilderte Strecke könnte man natürlich auch laufen, wir bevorzugen heute das Erlebnis mit dem Lift, in dem man sich vorkommt als würde man in einem überdimensionalen Papierkorb stehen 😉

Mit dem Korblift hinunter nach Vellau
Mit dem nostalgischen Korblift hinunter nach Vellau

Von Vellau laufen wir über den mit 26A markierten Weg rund eineinhalb Stunden hinunter nach Mitterplars, wo wir in den Algunder Waalweg einsteigen. Diese Strecke hätten wir alternativ auch bequem mit dem Sessellift zurücklegen können.

Wanderweg in Suedtirol
Auf dem Wanderweg 26A von Vellau nach Mitterplars

Auf dem Algunder Waalweg zurück nach Meran

Direkt zu Beginn des Algunder Waalwegs stoßen wir auf das Restaurant „Leiter am Waal“, das uns sofort zusagt. Hier sitzt man gemütlich auf der Sonnenterrasse mit Blick über die Weinreben, Algund und das Etschtal. Zwar kommen wir zu spät für ein richtiges Mittagessen, die kleine Nachmittagskarte reicht uns allerdings völlig aus. Genau wie im Apfelhotel, werden in diesem familiengeführten Restaurant Ursprüngliches und Modernes perfekt vereint.

Einkehr am Algunder Waalweg
Einkehr am Algunder Waalweg
Stylische Gartenlaube im Restaurant Leiter am Waal
Stylische Gartenlaube im Restaurant Leiter am Waal

Der Algunder Waalweg, der auf rund 6 Kilometern von Mitterplars nach Gratsch führt, gilt als einer der schönsten im Meraner Land. Uns gefallen vor allem die weiten Ausblicke auf´s Etschtal, die vielen Weinreben und die netten Details am Wegesrand.

Sonniger Algunder Waalweg
Sonniger Algunder Waalweg

Ausblicke vom Algunder Waalweg

Praktisch ist, dass der Algunder Waalweg in Gratsch nahezu direkt in den Tappeinerweg übergeht. So rollen wir die Promenade dieses Mal von hinten auf und erkunden nun den Teil, den wir vor zwei Tagen ausgelassen haben. Unsere Tageswanderung endet einmal mehr in Meran, dessen Cafés sich natürlich perfekt für einen gemütlichen Tagesabschluss anbieten.

Infos zur Tageswanderung (Meraner Höhenweg, Vellauerweg, Algunder Waalweg und Tappeinerweg):

  • Start: Dorf Tirol
  • Ziel: Meran
  • Anfahrt nach Dort Tirol am besten mit dem Bus
  • Mit der Gondel auf die Bergstation Hochmuth (7,50 EUR p.P.)
  • Auf dem Hans Frieden Weg zur Leiteralm (2,5 Km)
  • Mit dem historischen Korblift hinunter nach Vellau (7,50 EUR p.P.)
  • Auf dem Vellauer Weg 26A nach Mitterplars
  • Algunder Waalweg (6 Km) bis Gratsch
  • Auf der Tappeinerpromenade nach Meran (2 Km)
Ausblick vom Tappeinerweg auf Meran
Auf dem Tappeinerweg Richtung Meran

Unser Fazit

Eins steht fest: Nach vier Genießertagen im Meraner Land sind wir nicht nur gesättigt und spüren unsere Waden, wir sind auch absolut tiefenentspannt. Die schroffen Berge und sonnigen Täler Südtirols, gepaart mit mediterraner Lebensart und einer leckeren Küche haben uns definitiv überzeugt. Unsere „will-ich-nächstes-Mal-machen“ Liste ist riesig und auch die gemeinsame Zeit mit der Familie schreit nach einer baldigen Wiederholung!

Eure Tipps für unseren nächsten Besuch sind natürlich gerne in den Kommentaren willkommen 🙂 Was sind eure liebsten Orte und Wanderungen in Südtirol?

Weitere Ideen für Wandern, Wein & Genuss:

Dir gefällt der Artikel? Merke ihn dir auf Pinterest!

Unser Kurzurlaub im Meraner Land - Genusswandern pur
Unser Kurzurlaub im Meraner Land – Genusswandern pur
Dir gefällt der Beitrag? Teile ihn gerne!
Similar Posts

2 Comments

  1. Hallo ihr beiden,

    vielen Dank für den schönen Wanderbericht und die ansprechenden Bilder. Wo habt ihr denn übernachtet? Habt ihr eine Pension gebucht? Eine Ferienwohnung in Südtirol lohnt sich ja auch, wenn man Rundreisen plant bzw. beim Wandern immer wieder am Ausgangsort ankommt.

    1. Hallo Marie, vielen Dank für dein Lob! Wir waren im Hotel Schlosswirt in Schenna. Für´s nächste Mal könnten wir uns aber auch eine kleine Frühstückspension vorstellen.
      Liebe Grüße, Lisa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.