Der Muehlenwanderweg im Schwaebischen Wald in Baden-Wuerttemberg

Manchmal liegt die schönste Auszeit direkt vor der eigenen Haustür. Und wieder einmal wundern wir uns, warum wir dieses wunderbare Fleckchen Heimat nicht schon viel früher erkundet haben: Den Schwäbisch-Fränkischen Wald im nordöstlichen Baden-Württemberg.

Noch nie davon gehört? Dann komm mit auf unsere idyllische Mühlenwanderung im Schwäbischen Wald!

Tolle Natur beim Wandern im Schwaebisch Fraenkischen Wald in Baden-Wuerttemberg

Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald in Baden-Württemberg

Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald umfasst ein 1.270 km2 großes Gebiet im Nordosten von Baden-Württemberg, rund 50 Kilometer von Stuttgart entfernt. Im Norden reicht es bis zu unserer Heimatstadt Öhringen und Schwäbisch Hall in Hohenlohe, im Süden bis Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis.

Landschaft im Schwaebisch-Fraenkischen Wald
Landschaft im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald

Landschaftlich bestimmen dichte Wälder, Äcker, Weiden und Streuobstwiesen, stille Seen und abenteuerliche Klingen die Region. In den tiefer gelegenen Randgebieten mit milderen Klima spielt auch der Weinbau eine wichtige Rolle.

Aber auch historisch hat der Naturpark einiges zu bieten. Denn von Öhringen im Norden nach Schwäbisch Gmünd im Süden durchzog der als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnete römische Grenzwall Limes das heutige Schutzgebiet. In vielen Orten wie Mainhardt oder Murrhardt kann man mehr über die Geschichte der Römer in dieser Region erfahren.

Und nicht zu vergessen natürlich die vielen Mühlen, die oft schon im Mittelalter die Wirtschaft der Region mit bestimmten und bis heute das Schutzgebiet prägen.

Mühlen im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald

Dutzende Mühlräder drehten sich im Mittelalter im Schwäbischen Wald, allerorts wurde gemahlen, gesägt und gepresst. Heute sind viele der Mahl-, Säge- und Ölmühlen zwar nicht mehr in Betrieb, es wird aber viel für die Instandhaltung der verbliebenen Mühlen getan, damit das traditionelle Handwerk nicht in Vergessenheit gerät.

Muehle im Schwaebischen Wald
Die Hundsberger Sägmühle

Wir finden es immer wieder spannend, solche idyllisch in der Natur gelegenen Mühlen zu entdecken. Viele Legenden und Verschwörungen ranken sich um dieses uralte Handwerk, vermutlich weil die oft abgelegenen Mühlen schon immer viel Raum für Geschichten und Spekulationen boten.

Der Mühlenwanderweg im Schwäbischen Wald

Unser Ziel an diesem Pfingstsonntag ist der Mühlenwanderweg im Schwäbischen Wald. Auf 37 Kilometern führt ein einfacher Weg durch die besondere Kulturlandschaft und vorbei an 11 historischen Mühlen.

Falls dir die gesamte Wanderung mit 2-3 Tagesetappen zu weit ist, kannst du auch eine der kürzeren, zwischen 11,9 und 16,5 Kilometer langen ausgeschilderten Rundwege wählen.

Mit der wunderbaren Landschaft des Schwäbisch-Fränkischen Walds als Begleiter geht es auf dem Wanderweg abwechslungsreich durch Wiesen, verwunschene Wälder und Klingen, vorbei an Seen und zu den teils uralten Mühlen, die dem Wanderweg seinen Namen geben.

Natur im Schwaebischen Wald

Der Schwaebisch Fraenkische Wald in Hohenlohe Baden Wuerttemberg

Fakten zum Rundweg Nr. 1:

  • Länge: ca. 15 km
  • Dauer: ca. 5 Stunden
  • Schwierigkeit: einfach
  • Markierung: sehr gut, der blauen Markierung folgen (Die Wanderbeschreibung ist trotzdem hilfreich)
  • Start und Ziel: Wanderparkplatz Heinlesmühle Alfdorf (Gschwender Str. 92, 73553 Alfdorf)
  • Einkehr: Gaststätte am Campingplatz Hagerwaldsee, Kiosk Heinlesmühle, sonst wenig Einkehr- und Versorgungsmöglichkeiten unterwegs (außer an Aktionstagen)
  • Informationen: Auf der Website und im Naturparkzentrum Murrhardt gibt es Kartenmaterial und eine Beschreibung der jeweiligen Rundwege
Die Heinlesmuehle in Alfdorf
Die Mühlräder der Heinlesmühle in Alfdorf

Noch scheint der Tag ein sonniger zu werden, als wir uns am Pfingstsonntag auf zur Mühlenwanderung im Schwäbischen Wald machen. Vom Wanderparkplatz aus sind es nur wenige hundert Meter, bis vor uns das wunderschöne Fachwerkhaus der Heinlesmühle auftaucht.

Schon im 12. Jahrhundert klapperten hier die Mühlräder, um Mehl zu mahlen. Später wurde die Heinlesmühle zusätzlich zur Sägemühle ausgebaut. Heute öffnet sie zu bestimmten Veranstaltungen ihre Türen für Besucher, dann wird im Backhaus leckerer Salzkuchen für die Gäste zubereitet. An allen anderen Tagen kann man sich am Selbstbedienungs-Kiosk mit Getränken und Eis versorgen.

Das Muehlrad der Hummelgautsche im Schwaebischen Wald
Das neue Mühlrad der Hummelgautsche

Auf den nächsten Kilometern, vorbei am neuen Mühlrad der Hummelgautsche, bekommen wir einen ersten Eindruck von der wunderschönen Natur. Mit freiwilligen Helfern wurden Insektenhotels gebaut und Wildblumen für Bienen gepflanzt, Schafe weiden im Schatten und der vorbeiplätschernde Bach lädt Kinder zum Plantschen ein, während die Eltern auf dem Grillplatz direkt an der Hummelgautsche die Würstchen brutzeln lassen.

Schafe auf dem Muehlenwanderweg im Schwaebischen Wald

Während der kleine Hüttenbühlsee völlig still daliegt, ziehen die ersten Mutigen bereits ihre Bahnen im Hagerwaldsee. Der Campingplatz am See ist gut besucht – logisch jetzt am langen Pfingstwochenende. Es riecht lecker nach frisch Gegrilltem und wir bekommen schon langsam Hunger. Die zum Campingplatz gehörende Gaststätte macht uns allerdings nicht wirklich Lust auf eine Pause.

Idyllischer Huettenbuehlsee
Der idyllische Hüttenbühlsee

Verwunschene Natur im Schwaebischen Wald

Natur im Schwaebischen Wald

Mit der leise dahinplätschernden Finsteren Rot an unserer Seite laufen wir ein kurzes Stück durch ein Waldgebiet, bevor wir durch kleine Weiler die Ebersberger Mühle erreichen. Danach beginnt für uns einer der schönsten Abschnitte des Wanderwegs, denn hier verläuft er durch das Naturschutzgebiet Brunnen- und Hägelesklinge.

Naturschutzgebiet Brunnen- und Hägelesklinge

Gegen diese Vergangenheit sind die Mühlen richtige Jungspunde. Denn die Keuperklingen katapultieren einen 230 Millionen Jahre zurück in eine Zeit, als noch ein flaches Meer die Region bedeckte. Über die Jahrhunderte wurden verschiedenste Gesteinsarten hier abgeladen, unter anderem Sandstein oder Gipskeuper. Vor allem die von Wind und Wetter geformten und gestapelten Sandsteinformationen und -Grotten kann man heute noch bewundern.

Der Begriff Keuper stammt aus dem Fränkischen, wo der Begriff für „bröckeliges Tongestein“ benutzt wird.

Die Haegelesklinge im Schwaebischen Wald
Die Hägelesklinge im Schwäbischen Wald
Keuper im Schwaebisch Fraenkischen Wald
Keuperformation in der Hägelesklinge

Leider regnet es jetzt, wo wir den Wald wieder verlassen, so stark dass wir die letzten Highlights und Mühlen der Wanderung nicht mehr wirklich genießen können. Schade, aber vielleicht kommen wir ja bei gutem Wetter mal wieder!

Naturschutzgebiet Wiesentäler bei der Menzlesmühle

Wunderschön wäre bei Sonnenschein bestimmt das Naturschutzgebiet „Wiesentäler“ mit seinen Feuchtwiesen, das wir auf den nächsten Kilometern durchqueren. Hier blühen jetzt im späten Frühjahr heimische Orchideen und Wildblumen, überall summt es und wir sind umgeben von saftigem Grün.

Eigentlich sollten wir nun auf den als „idyllisch im Wald liegend“ beschriebenen Hagensee stoßen, der zur Brandhofer Öl- und Sägemühle gehört. Allerdings zeigt hier die Dürre des letzten Jahres wohl noch ihre gravierenden Auswirkungen, denn außer einem kleinen Rinnsal ist der kleine See komplett ausgetrocknet.

Dafür ist die Brandhofer Mühle, die 1733 erstmals urkundlich erwähnt wurde und heute nach aufwändiger Renovierung sogar wieder funktionstüchtig ist, spannend zu erkunden. Noch mehr natürlich, wenn sie am „Deutschen Mühlentag“ oder zum „Tag des Schwäbischen Waldes“ im September ihre Mühlen in Gang setzt und Führungen angeboten werden.

Brandhofer Muehle im Schwaebischen Wald

Die Brandhofer Oel und Saegemuehle
Die Brandhofer Öl- und Sägemuehle

Das vor der Hundsberger Sägmühle aufgetürmte Holz beweist zwar deutlich, dass hier auch heute noch gearbeitet wird. Allerdings wirkt die Szenerie an einem einsamen Sonntag und im strömenden Regen eher wie ein Lost Place.

Die Hundsberger Saegmuehle im Schwaebischen Wald

Die Hundsberger Saegmuehle im Schwaebisch Fraenkischen Wald
Das alte Mühlrad der Hundsberger Sägmühle

Bevor wir wieder zurück zur Heinlesmühle kommen erzählt uns eine (ebenfalls total durchnässte) Radfahrerin, dass im See um die Ecke eine Bisamratte in aller Ruhe ihre Bahnen zieht. Leider bekommen wir das Tierchen aber nicht mehr zu Gesicht, schade!

Trotz des starken Regens war die Wanderung für uns eine wunderschöne Auszeit in der Natur und wir sind froh, den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald direkt vor unserer Haustüre endlich mal intensiver erkundet zu haben!

Deutscher Mühlentag im Schwäbisch-Fränkischen Wald

Am Deutschen Mühlentag, der jedes Jahr am Pfingstmontag stattfindet, öffnen auch hier im Naturpark die Mühlen ihre Türen für Besucher. Deutschlandweit drehen sich in über 900 Mühlen die Wasserräder, Mahlgänge werden in Betrieb gesetzt und man bekommt einen Einblick in das Jahrhunderte alte Handwerk.

Falls du auch Lust bekommen hast, unser schönes Bundesland Baden-Württemberg zu entdecken, haben wir noch ein paar Tipps für dich:

Weitere Ausflugsziele in Baden-Württemberg

Jetzt sind wir gespannt, ob dir unsere Heimat genauso gut gefällt wie uns?! Lass uns gerne einen Kommentar hier!

Dir gefällt der Artikel? Dann merke ihn dir auf Pinterest oder teile ihn mit deinen Freunden:

Der Muehlenwanderweg im Schwaebischen Wald
Unsere Wanderung auf dem Mühlenwanderweg im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald in Baden-Württemberg
Dir gefällt der Beitrag? Teile ihn gerne!
Similar Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.