Roadtrip durch die Toskana

Zugegeben: wir haben einen ganz klaren Vorteil. Bevor wir mit unserem Auto einen Roadtrip starten, sorgen unsere Kollegen aus der Werkstatt bestens dafür, dass unser fahrbarer Untersatz gut gewartet ist. Schließlich sitzen wir in unserem Autohaus an der Quelle. Aber gerade deshalb wissen wir, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist.

Die Tipps unserer Profis aus der Werkstatt haben wir für dich zusammengefasst

1. Inspektion bzw. Ölwechsel

Prüfe gemäß dem Wartungsintervall deines Fahrzeugs, ob die nächste Inspektion bzw. ein Ölwechsel demnächst fällig ist. Falls ja, vereinbare rechtzeitig einen Termin mit deiner Werkstatt, damit der Ölwechsel noch vor deiner Reise durchgeführt werden kann.

2. Urlaubscheck

Ist kein Ölwechsel fällig, bieten die meisten Werkstätten einen „Urlaubs-Check“ oder „Sicherheits-Check“ an. Der Preis liegt grob zwischen 19 und 29 Euro ohne Material.

10 Punkte die du dabei prüfen lassen solltest:

Batteriecheck: denn was ist ärgerlicher als wenn im Urlaub plötzlich dein Auto nicht mehr anspringt? Wenn dein Auto bereits ein paar Kilometer auf dem Buckel hat, prüfen die Mechaniker auch ob die Zündkerzen gewechselt werden müssen.

Reifencheck: Ist der Luftdruck korrekt (Angaben im Handbuch)? Ist das Reifenprofil ausreichend? Die Sommerreifen sollten vor der langen Fahrt noch drei Millimeter Profil haben. Falls du nicht in die Werkstatt willst, kannst du das Profil auch mit einer Ein-Euro-Münze selbst kontrollieren: Wenn der Messingrand der Münze in den Rillen verschwindet, passt die Profiltiefe, denn dieser Rand ist drei Millimeter breit. Zwar beträgt die gesetzliche Mindestprofiltiefe 1,6 mm – auf einer langen Fahrt sind dann Fahrverhalten und Bremseigenschaften schon stark eingeschränkt! Bei den Winterreifen sind 4 mm die Untergrenze, vor allem wenn du in schneereiche Gebiete fährst! Auch auf Risse oder Beschädigungen werden die Reifen geprüft.

Überprüfung der Bremsen: Die Profis überprüfen, ob Bremsbeläge und Bremsscheiben noch ihre Dienste tun

Prüfung von Luft- und Innenraumfilter: Der Innenraum- bzw. Pollenfilter sorgt dafür, dass du im Fahrzeuginneren mit sauberer Luft versorgt wirst (vor allem für Allergiker ist der regelmäßige/jährliche Austausch wichtig!). Der Luftfilter hat dagegen die Aufgabe, den Motor mit sauberer Luft zu versorgen, um teure Schäden zu vermeiden.

Kontrolle der Flüssigkeitsstände: Absolut notwendig ist die regelmäßige Kontrolle des Ölstands, was du auch selbst regelmäßig tun solltest. Die Werkstatt kontrolliert darüber hinaus auch Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit und den Füllstand des Scheibenwischwassers.

Scheibenwischer und Scheibenwaschanlage: Bei langen Fahrten sollten die Scheibenwischer einwandfrei funktionieren, das Scheibenwischwasser sollte gut gefüllt sein

Überprüfung der Beleuchtung: Achtung, es gelten unterschiedliche Regeln in Europa, was die Mitnahme von Ersatzbirnen angeht!

Verbandskasten, Warndreieck und Warnwesten: Achtung, es gelten in Europa unterschiedliche Regeln, wie viele Warnwesten Pflicht sind.

HU/AU: Wirf ab und zu einen Blick auf die HU-Plakette auf deinem Kennzeichen, damit du die fällige Hauptuntersuchung nicht verpasst!

Weitere technische Prüfungen bei einem „Urlaubs-Check“ in der Fachwerkstatt sind: Überprüfung von Kupplung, Auspuff, Lenkung, Keilriemen, Unterboden (Korrosion)

3. Frische Klimaanlage

Was viele Autofahrer nicht wissen: Auch die Klimaanlage sollte regelmäßig, alle 2 bis 3 Jahre gewartet werden. Das bewahrt dich davor, im Urlaub plötzlich ohne Kühlung dazustehen, da die Kühlflüssigkeit leer ist. Vielleicht kennst du auch die unangenehmen Gerüche, die manchmal aus den Lüftungsschlitzen dringen… Bei einem professionellen Klimaanlagen-Service wird die Kühlflüssigkeit komplett ausgetauscht, im Optimalfall wird gleich der Innenraumfilter mit ausgetauscht und die Klimaanlage desinfiziert.

Noch ein Extra-Tipp von unserem Serviceleiter: Schalte ab und zu die Klimaanlage aus, wenn du auf dem Nachhauseweg bist. Es reichen schon ca. 5 Minuten, lass dabei nur die Lüftung an. So können Verdampfer und Düsen trocknen und es bilden sich keine Bakterien, Pilze oder ähnlich ekelige Dinge.

4. Nützliche Helferlein

Die meisten neuen Autos haben kein Ersatzrad mehr. Falls du eines hast, schaue dass dieses funktionstüchtig ist und der Wagenheber im Auto liegt. Wer sehr auf Sicherheit bedacht ist, kann ein Abschleppseil und ein Überbrückungskabel mitnehmen. Im Winter ggf. an Schneeketten denken.

Block und Stift sowie eine Taschenlampe sind ebenfalls nützliche Dinge, die nicht im Handschuhfach fehlen sollten.

Was wären wir heute ohne elektronische Geräte? Neben einem Navi ist das Handy unverzichtbar. Ein USB-Ladekabel (bzw. Adapter für den Zigarettenanzünder) sowie eine Freisprecheinrichtung sind fast schon Pflicht.

Ob man es glaubt oder nicht, es gibt sogar noch den guten alten Europa Straßenatlas. Keine schlechte Idee, sich nicht nur auf die Technik zu verlassen…

5. Gepäck und Beladung

Schwere Gepäckstücke gehören im Kofferraum immer nach unten und nah an die Rücksitzlehne. Ein Gepäcknetz bringt Sicherheit im Kombi, wenn der Kofferraum recht hoch beladen ist. Eine Dachbox kann (nicht nur zum Skifahren) vor allem bei der Reise mit Kindern eine gute Wahl sein. Aber bitte keine schweren Gepäckstücke in die Dachbox laden!

Wenn du mit viel Gepäck reist, beachte die maximal erlaubte Zuladung. Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) ist das zulässige Gesamtgewicht angegeben (Punkt F.2).

6. Fahrzeugpapiere, Dokumente, wichtige Kontaktdaten

Immer mitführen solltest du den Fahrzeugschein, die aktuellen HU-Papiere („TÜV-Unterlagen“), deinen Führerschein, ggf. Nachweise und Telefonnummern für ADAC oder ähnliche Mobilitätsgarantien, die Telefonnummer deines Autohauses und die Telefonnummer deiner Versicherung.

7. Grüne Versicherungskarte

Im Ausland solltest unbedingt eine Internationale (Grüne) Versicherungskarte dabeihaben. Melde dich rechtzeitig bei deiner Kfz-Versicherung (oder beim Autohaus, wenn du über eine Hersteller spezifische Versicherung versichert bist), damit sie dir die Grüne Versicherungskarte zuschicken können. Sie beweist im Ausland, dass dein Auto haftpflichtversichert ist!

8. Europäischer Unfallbericht

Damit bei einem Unfall die wichtigsten Daten gleich erfasst werden können, drucke dir hier unbedingt den Europäischen Unfallbericht aus und lege ihn ins Handschuhfach, wo du ihn im Ernstfall griffbereit hast. Behörden und Versicherungen nutzen den Europäischen Unfallbericht, um Verkehrsunfälle abzuwickeln. Jeder Beteiligte kann eintragen, was passiert ist. Es geht dabei nur um Fakten – die Schuldfrage sollte mit diesem Dokument nicht vor Ort geklärt werden.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft verschickt gedruckte Exemplare mit Durchschlag (www.gdv.de).

Lies hier was du bei einem Unfall im europäischen Ausland sonst noch beachten solltest!

Unser Fazit

Aus unserer täglichen Arbeit im Autohaus wissen wir, was im Urlaub so alles passieren kann. Wenn das Auto im Ausland streikt, kann das die Stimmung ganz schön drücken – denn womöglich sitzt man tagelang irgendwo fest um auf Ersatzteile zu warten. Deshalb ist unserer Meinung nach die richtige Vorbereitung absolut wichtig, auch wenn du dafür etwas Zeit und Geld investieren musst.

Du startest deinen Roadtrip nicht mit dem eigenen Auto sondern mit einem Mietwagen? Dann lies hier unsere Tipps, wie du deinen Mietwagen im Ausland buchst.

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