Sonnenuntergang im Kruger Nationalpark

Südafrika – das hieß für uns zum allerersten Mal Safari und die Big 5. Entsprechend aufgeregt waren wir, als es endlich vom Blyde River Canyon in den weltbekannten Krüger Nationalpark ging.

Bei der Einfahrt in den Park muss man sich registrieren und die Parkgebühren zahlen (aktuelle Eintrittspreise 2017/2018 gibt´s hier in unserem Krüger Safari-Guide). Wir haben uns in einem Shop gleich noch die sehr nützliche offizielle Nationalparkbroschüre gekauft. Diese enthält verschiedene Karten, auf denen alle Haupt- und Nebenstraßen mit Kilometerangaben sowie Rest Camps eingezeichnet sind. Und dann sind wir endlich drin.

Wir sind über das Paul Kruger Gate im Süden eingefahren. So hatten wir ziemlich genau 150 km Safari vor uns, bevor wir beim Orpen Rest Camp, unserer Unterkunft für zwei Nächte, ankamen. Da die Höchstgeschwindigkeit auf den Asphaltstraßen 50 km/h und auf Naturstraßen 40 km/h beträgt, muss man ausreichend Zeit für die Strecken einplanen. Hinzu kommt, dass man sowieso meistens noch langsamer fährt, um ja nichts zu verpassen. Und das Tiere gucken will natürlich auch noch einkalkuliert sein.

Tag 1 auf Safari im Krüger Nationalpark – die ersten Elefanten

Nach den ersten Kilometern tauchten bereits die ersten Impalas am Straßenrand auf. Dann die grazilen Giraffen, die in aller Seelenruhe die Blätter von den Bäumen fraßen. Mit jedem Kilometer wurde das Grinsen in unseren Gesichtern breiter. Und dann tauchten sie plötzlich vor uns auf: die ersten Elefanten. Eine ganze Herde mit Baby. Unglaublich!

Elefanten im Kruger Nationalpark Suedafrika
Elefanten im Kruger Nationalpark

Als wäre das für die ersten Stunden nicht genug Aufregung, kamen wir an ein großes Wasserloch direkt an der Hauptstraße. Hier haben wir uns so richtig „Out of Africa“ gefühlt. Eine ganze Elefantenfamilie vergnügte sich im Wasser, in sicherer Entfernung tummelten sich Warzenschweine, Giraffen und Zebras.

Elefanten baden am Wasserloch
Elefanten vergnügen sich im Wasserloch

Ganz fasziniert beobachteten wir das Treiben. Und merkten dabei überhaupt nicht, dass von links ein riesiger Elefantenbulle auf unser Auto zusteuerte. Mir ist das Herz vor Schreck in die Hose gerutscht, als ich völlig ahnungslos zur anderen Straßenseite geschaut habe. Ganz langsam haben wir unser Auto in Bewegung gesetzt, um dem Elefanten den Weg frei zu machen ohne ihn gleichzeitig zu provozieren. Hat funktioniert und langsam konnte der Adrenalinpegel wieder sinken.

Eines haben wir im Krüger Nationalpark sehr schnell gelernt: Elefanten haben immer Vorfahrt!

Es ist schwer zu beschreiben, wie man sich während einer Safari fühlt. Von Euphorie, wenn man die Tiere entdeckt über Adrenalin in brenzligen Situationen bis hin zur Aufregung, was einen hinter der nächsten Kurve wohl erwartet, ist alles dabei. Und manchmal auch ein bisschen Ungeduld und Langeweile, wenn sich stundenlang gar kein Tier blicken lässt.

Zebras im Kruger Nationalpark

Nashorn im Kruger Nationalpark
Nashorn im Kruger Nationalpark – in Südafrika hat man noch das Glück, diese bedrohten Tiere erleben zu dürfen!

Am späten Nachmittag erreichten wir unsere Unterkunft für zwei Nächte, das Orpen Rest Camp. Es liegt direkt am Orpen Gate, hat einen kleinen Supermarkt und schöne Hütten mit Terrasse und Grillplatz. Von der Terrasse schaut man über eine Wiese direkt auf ein Wasserloch. Die ganze Nacht vergnügen sich hier die verschiedensten Tiere. Es ist schon unglaublich, mit diesen ganzen Geräuschen einzuschlafen und aufzuwachen. Wunderschön, so ein Natur-Konzert die ganze Nacht 😃!

Für den Abend hatten wir eine Night Safari gebucht. Wir waren zu viert und unser Guide hat sich wirklich Mühe gegeben, uns viele Informationen zu vermitteln. Du solltest immer versuchen, im Safari Fahrzeug möglichst ganz vorne zu sitzen. So bekommst du die Infos und Erklärungen am besten mit. Leider haben wir außer einer einzigen Giraffe gar keine Tiere gesehen. Eine Nacht-Safari würden wir jetzt im Nachhinein auch nicht mehr buchen. Mit Scheinwerfern durch den dunklen Park zu fahren und nur nach leuchtenden Augen Ausschau zu halten hat uns nicht wirklich überzeugt.

Tag 2 auf Safari im Krüger Nationalpark – Auge in Auge mit den Big 5

Am nächsten Morgen ging´s früh los. Denn wir wollten die ersten sein, die auf Pirsch gehen. Je nach Jahreszeit sind die Öffnungszeiten der Camps und Gates unterschiedlich: Im Sommer (November bis Januar) öffnen die Camps um 4:30 Uhr, im Oktober sowie Februar/März um 5:30 Uhr und im Winter (April bis September) um 6 Uhr. Die Gates öffnen von Oktober bis März um 5:30 Uhr, von April bis September um 6 Uhr. Von Mai bis Juli schließen die Gates und Camps um 17:30 Uhr, im März/April und August-Oktober um 18 Uhr und von November bis Februar um 18:30 Uhr. In unserem Safari Guide für den Krüger Nationalpark haben wir alle Infos nochmal ausführlich zusammengestellt.

Die aktuellen Öffnungszeiten stehen auch jeweils in der Nationalparkbroschüre und auf der SANParks Website, der offiziellen Internetseite für die südafrikanischen Nationalparks! Die Öffnungszeiten solltet ihr unbedingt beachten, da sonst Geldstrafen drohen.

Wir haben mit Hilfe der Nationalparkkarte eine Route geplant, in der wir auch Toiletten (sehr wichtig zu planen auf Safari!) und Rest Areas einkalkuliert haben. Nach wenigen Kilometern standen bereits zwei Fahrzeuge am Straßenrand. Irgendetwas gab´s also zu sehen. Und tatsächlich: unter einem Baum, direkt am Straßenrand, dösten zwei Löwendamen nach ihrer Morgenjagd. Zumindest sahen sie recht zufrieden und satt aus.

Zwei Loewinnen erholen sich vom Jagen im Kruger Nationalpark
Zwei Löwinnen erholen sich vom Jagen. Das Blut klebt noch am Maul.

Nicht viel später schon wieder Fahrzeuge. Diesmal ein Leopard. Unglaublich.

Leoparden sind äußerst scheue Tiere. Dass dieser sich so entspannt direkt neben der Straße niederlässt ist eher ungewöhnlich – ein hoch auf unser Safari-Glück 😃!

Ein Leopard im Schatten des Baumes im Kruger Nationalpark
Ein Leopard im Schatten des Baumes

Am zweiten Tag haben wir bereits alle Vertreter der Big 5 gesehen. Jetzt wollten wir unbedingt noch einen Gepard sichten (das blieb uns aber leider verwehrt). Wir sind erstaunt, wie viele Nashörner (Rhinos) wir gesehen haben. Denn in anderen Ländern Afrikas, unter anderem in der Serengeti, wurden leider so viele Tiere gewildert, dass dort fast keine Nashörner mehr in freier Wildbahn leben.

Das Satara Rest Camp, ein sehr großes Camp im Zentrum des Parks, lässt sich gut für die Mittagspause nutzen. Den Abend ließen wir mit einer Flasche Wein am Grill auf unserer Terrasse ausklingen. Immer die Rufe der Wildnis im Ohr…

Tag 3 – Jetzt wird´s spannend: Walking Safari im Krüger Nationalpark

Am nächsten Morgen wurde es spannend, denn um 5 Uhr ging es los auf unsere morgendliche Walking-Safari. Wir waren gespannt wie ein Flitzebogen. Mit dem Safari-Jeep wurden wir direkt an unserem Camp abgeholt und in der aufgehenden Sonne erstmal mitten in die Wildnis des Krüger Nationalparks gefahren.

Sonnenaufgang im Kruger Nationalpark

Mit einem weiteren Pärchen und drei bewaffneten Rangern pirschten wir drei Stunden durch den Busch. Außer einer Giraffe ließen sich zuerst nicht viele Tiere blicken. Aber die Ranger unterhielten uns mit allerlei Wissen rund um das Ökosystem im Krüger Nationalpark.

Während unserer Snackpause erspähten wir doch in einiger Entfernung Bewegungen im Gebüsch. Ein Elefant! Ganz langsam durften wir uns nähern. Bis der Ranger bemerkte, dass es sich nicht um einen einzelnen Elefanten handelte, sondern um eine ganze Herde mit Baby. Da Elefantenmütter wenig Spaß verstehen, zogen wir uns möglichst unauffällig und mit klopfendem Herzen zurück. Ein tolles Erlebnis, zu Fuß durch den Busch zu streifen.

Den Elefanten ganz nahe bei der Walking Safari im Kruger Nationalpark
Den Elefanten ganz nahe bei der Walking Safari
Beim Morning Walk durch den Kruger Nationalpark
Beim Morning Walk durch den Kruger Nationalpark – ein tolles Erlebnis!

Nach dem Morning-Walk machten wir uns auf den Weg zur nächsten Unterkunft im Krüger Nationalpark, dem Olifants Rest Camp. Dieses ist wunderschön auf der Höhe gelegen mit Blick über den Olifants River und bis nach Mosambik. Es liegt etwas weiter nördlich, ziemlich zentral im Park. Anders als das Orpen Camp, hat es sogar ein Restaurant und ist insgesamt deutlich größer. Auch hier werden verschiedene Aktivitäten (Walking-Safari, Morning-Drive, Night-Drive, etc.) angeboten. Darauf haben wir dieses Mal verzichtet, da wir nur für eine Nacht blieben.

Ausblick vom Olifants Camp im Kruger Nationalpark
Ausblick vom Olifants Camp im Kruger Nationalpark

Nach dem Einchecken machten wir uns am Nachmittag nochmal auf eigene Faust mit unserem Mietwagen auf den Weg. Gerade bestaunten wir den schönen Ausblick an einer Brücke, als ein Auto neben uns hielt, der Fahrer die Scheibe runterließ und uns ganz aufgeregt gestikulierend etwas von einem riesigen Löwenrudel ein Stück weiter erzählte. Das müssten wir uns unbedingt ansehen. Na das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Leider waren die netten Herrschaften so aufgeregt, dass die Wegbeschreibung überhaupt nicht zutraf. Aber irgendwie haben wir das Löwenrudel dann doch gefunden. 16 Löwen auf einem Fleck. Unbeschreiblich und ohne Worte, direkt neben einem ganzen Löwenrudel zu sitzen. Schau selbst:

Loewenrudel im Kruger Nationalpark
Ein ganzes Löwenrudel beim Relaxen in der Savanne

Ein Loewenrudel im Kruger Nationalpark

Wir konnten uns gar nicht losreißen. Mit Blick auf die Uhr mussten wir uns doch schweren Herzens trennen, denn bis zur Schließung des Camps war nicht mehr viel Zeit.

Der Rückweg bescherte uns noch einen fantastischen Sonnenuntergang. Solche Farben gibt es einfach nur in Afrika ❤️!

Sonnenuntergang im Kruger Nationalpark
Sonnenuntergang im Kruger Nationalpark

Abends ließen wir uns das Abendessen im Restaurant schmecken. Die Restaurants im Krüger Nationalpark werden von der Restaurantkette Mugg & Bean betrieben, die man auch sonst in Südafrika häufig findet. Ich finde die Vorstellung einer Restaurantkette mitten im Nationalpark zwar irgendwie seltsam, aber es hat geschmeckt!

Jetzt hieß es langsam Abschied nehmen. Auf einer ausgedehnten Route Richtung Norden verließen wir den Nationalpark über das Phalaborwa Gate. Nicht ohne dass sich eine Elefantenherde noch gebührend von uns verabschiedete. Das kleine Baby war noch ganz unsicher auf den Beinen und bot einen sooo süßen, tollpatschigen Anblick!

Eine Elefantenfamilie nach dem Schlammbad
Eine Elefantenfamilie nach dem Schlammbad

Es war um uns geschehen. Uns war klar, dass wird nicht die letzte Safari in Afrika bleiben.

Warst du auch schon im Krüger Nationalpark? Welche Camps und Routen empfiehlst du? Hast du Geheimtipps? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Weitere Informationen für deine Reiseplanung findest du in unserem Safari Guide für den Krüger Nationalpark.

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4 Comments

  1. Wie toll! Ich war dieses Jahr zum ersten Mal auf Safari, aber in Sri Lanka und jetzt möchte ich auf jeden Fall wieder eine machen. Der Krüger Nationalpark sieht wie der genau richtige Ort dafür aus!

    1. Hallo liebe TravELE!
      Ja, der Krüger Nationalpark ist ein genialer Safari-Spot. Vor allem wenn du als Selbstfahrer unterwegs sein möchtest. Und wenn du (wie wir) neben einer Safari auch andere Highlights von Südafrika erkunden willst. Falls du dich für den Krüger entscheidest und fragen hast, gerne melden :-)!
      Liebe Grüße
      Lisa

  2. Da wart Ihr ja richtig erfolgreich im Krüger, toll! Schade, dass Ihr auf der Nachtsafari nichts gesehen habt. Bei uns gab es Löwen, Nashörner, Stachelschweine, einen Civet. Dafür waren wir auf dem Morning Walk wenig erfolgreich. Aber so ist das halt in der Natur 😉 Wenn Ihr mögt, könnt Ihr ja auch mal bei meinen Safari-Berichten vorbeischauen 🙂

    1. Klar Sabine, wir schauen gerne vorbei! Da sieht man mal wieder dass man auf Safari nie etwas vorhersehen kann (und das ist auch gut so!) 🙂

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