Sonnenuntergang im Kwandwe Private Game Reserve in Suedafrika

Obwohl wir auf unserem diesjährigen Roadtrip nur in Südafrikas Westen unterwegs waren, wollten wir uns keinesfalls eine Safari entgehen lassen! Daher haben wir uns entschieden, neben einer Selbstfahrer-Safari im Addo Elephant Nationalpark auch ein Private Game Reserve auszuprobieren.

Unsere Wahl fiel auf das Kwandwe Private Game Reserve, da es mit 22.000 ha Fläche relativ groß ist und man die Tiere in ihrer möglichst natürlichen Umgebung aufspüren kann.

Wie bei vielen privaten Reservaten wurde auch bei Kwandwe Farmland aufgekauft, alle Zäune und menschlichen Hinterlassenschaften abgerissen, das Gebiet renaturiert und nach und nach Tiere angesiedelt. Heute leben über 7.000 Tiere im Schutzgebiet, darunter die Big 5. Auch die vom Aussterben bedrohten Black Rhinos (Spitzmaulnashörner) sind in Kwandwe heimisch – und dank eines guten Anti-Wilderei-Teams auch sehr sicher!

Kommst du mit uns auf Safari?

Auf Safari im Kwandwe Private Game Reserve

Kurz nach Grahamstown und rund 150 Kilometer von Port Elizabeth entfernt erreichen wir die Einfahrt zum Kwandwe Game Reserve. Vom Haupt-Eingangstor bis zur Rezeption dürfen wir mit unserem eigenen Mietwagen fahren, danach werden wir samt Gepäck von einem Mitarbeiter zu unserer Unterkunft, der Great Fish River Lodge, gefahren.

Nach einem herzlichen Empfang und einem kleinen Snack geht es am Nachmittag direkt auf die erste Pirschfahrt im offenen Safarifahrzeug mit unserem Guide Dino und Späher Ernie.

Auf Safari im Kwandwe Private Game Reserve in Suedafrika
Auf Safari im Kwandwe Private Game Reserve – diese Weiten!

Auf Safari im Kwandwe Private Game Reserve in Suedafrika

Als allererstes flasht uns die Weite der Landschaft. Nur selten begegnen wir einem anderen Safari-Fahrzeug und nur einmal sehen wir überhaupt den Zaun des Reservats. Ansonsten weite Ebenen, Hügel, und die für das Ostkap typische Vegetation, die „Spekboom Succulent Thicket“.

Heute Nachmittag begeben wir uns auf die Suche nach den Black Rhinos. Und wir werden fündig. Ganz deutlich merkt man den Verhaltensunterschied zu den White Rhinos (Breitmaulnashörnern). Denn Black Rhinos (Spitzmaulnashörner) sind deutlich vorsichtiger und scheuer – sie mustern uns unentwegt und bewegen sich kaum einen Schritt, während wir sie unsererseits bewundern.

Die Nashoerner im Kwandwe Private Game Reserve lassen uns nicht aus den Augen
Die Nashörner lassen uns keinen Moment aus den Augen

Die Großkatzen, die wir am frühen Abend zu sehen bekommen, leben ihr beneidenswertes Katzenleben. Sie dösen vor sich hin und interessieren sich nur wenig für unsere Gesellschaft.

Ein Loewe im Kwandwe Private Game Reserve

Geparden in der Abendsonne im Kwandwe Private Game Reserve in Suedafrika
Geparden in der Abendsonne

Und als wäre es eine Theatervorstellung, posieren auf der Bühne zum Sonnenuntergang einige wunderschöne Oryxantilopen. Nach diesem letzten Akt genießen wir den Sundowner und freuen uns schon jetzt darauf, was der morgige Tag uns bringen wird.

Sonnenuntergang im Kwandwe Private Game Reserve in Suedafrika
Sonnenuntergang in Südafrika. Braucht keine weiteren Worte…

Löwen und Amarula – ein Morgen im Busch

Pünktlich um 5:30 Uhr erhalten wir den wake up call von Dino. An einem normalen Tag würden wir unser Kissen über den Kopf ziehen und alle verfluchen, die uns aus dem Bett schmeißen wollen. Aber nicht heute!

Eine Katzenwäsche, einen Kaffee und ein schnelles Müsli später sitzen wir schon wieder im Safari-Fahrzeug. Obwohl der Tag heute heiß werden soll, ist es heute Morgen noch unglaublich kalt und der Fahrtwind lässt uns ganz schön frösteln. Zum Glück haben wir mit warmen Jacken vorgesorgt und auch über die bereitliegenden Decken sind wir dankbar. Merke: Auf Safari solltest du wirklich auf alle Temperaturen eingestellt sein!

Wir sind noch nicht lange unterwegs, als Späher Ernie uns signalisiert, anzuhalten. Und schon im nächsten Moment erfahren wir den Grund. Ganz gemächlich nähert sich ein Löwenpaar unserem Fahrzeug. Und plötzlich folgt ein ganzes Rudel. Ein komplettes Löwenrudel, das in aller Seelenruhe an unserem Fahrzeug vorbei läuft! Unglaublich… Während der Löwe stoppt und uns einen Moment begutachtet, hören wir direkt hinter uns die Löwin brüllen. Ein Gänsehautmoment, den wir sicher nicht so schnell vergessen werden!

Zielstrebig kommen die Loewen auf unser Fahrzeug zu
Zielstrebig kommen die Löwen auf unser Fahrzeug zu

Loewen im Kwandwe Private Game Reserve in Suedafrika - Reiseblog Road Traveller

Ein Loewe direkt vor unserem Safari Fahrzeug im Kwandwe Game Reserve

Darauf trinken wir erstmal einen Amarula! Ääähhm… Amarula? Um 8 Uhr morgens? Richtig gehört. Dino und Ernie versichern uns, dass Kaffee mit einem (üppigen!) Schuss Amarula im Busch die Lebensgeister weckt. Nun denn, schmecken tut´s auf jeden Fall. Ich könnte mich sogar glatt daran gewöhnen 😉.

Kaffeepause im Busch
Kaffeepause im Busch… Läuft.

Da wir unbedingt auch eine kleine Walking-Safari machen wollen, legen wir die letzten Kilometer zur Lodge mit Dino zu Fuß zurück.

Auf Walking Safari im Kwandwe Private Game Reserve Suedafrika
Bei einer Walking-Safari beschäftigt man sich mit den kleinen Dingen am Wegesrand…

Während wir uns mit den kleinen Dingen am Boden und in unserer Umgebung beschäftigen, merken wir zuerst gar nicht, dass wir uns Giraffen nähern. Als sich unsere Blicke treffen, beginnt ein gegenseitiges Mustern. Kurz sieht es aus, als wollten die grazilen Tiere die Flucht ergreifen. Aber sie kommen wohl doch zu dem Schluss, dass wir keine wirkliche Gefahr darstellen und fressen beruhigt weiter. Schon beeindruckend, neben Giraffen mitten im Busch spazieren zu gehen.

Giraffen im Kwandwe Private Game Reserve auf der Walking Safari
… und wir bemerken zunächst gar nicht, dass wir beobachtet werden!

Ausspannen in der Great Fish River Lodge

Zurück in der Lodge genießen wir ein üppiges Frühstück mit toller Aussicht auf den Fish River. Safari macht hungrig. Mittlerweile ist es auch schon fast Mittag und es wird langsam unerträglich heiß. Deshalb verziehen wir uns für eine ausgedehnte Mittagspause an unseren schattigen Pool, das Mittagessen lassen wir heute sogar ganz ausfallen.

Fruehstueck im Kwandwe Private Game Reserve
Frühstück mit Ausblick…

Vor unserer Terrasse grasen einige kleine Antilopen und wir finden sogar Stacheln eines Stachelschweins, das uns wohl am Morgen einen Besuch abgestattet hat. Völlig entspannt genießen wir die Geräuschkulisse der Natur, den Ausblick und holen den verpassten Schlaf nach 😉….

Terrasse mit Pool im Kwandwe Private Game Reserve in Suedafrika
Unser kleiner Pool – ab und zu kommen Antilopen vorbei

Herzklopfen am Nachmittag: ein Elefant in Musth

Gestärkt mit Tee und einem Stück Kuchen, starten wir um 16 Uhr zur Abendsafari. Diese lässt unseren Adrenalinspiegel auch ganz schnell wieder steigen, als wir auf einen Elefantenbullen in Musth treffen.

Als Musth wird eine hormonelle Phase bei Elefanten bezeichnet, die über Wochen anhalten kann. In dieser Zeit produziert der Bulle 40 bis 60 mal mehr Testosteron als normal. Du kannst dir vielleicht vorstellen, dass mit einem Elefant in Musth nicht zu spaßen ist und dieser ziemlich aggressiv reagieren kann. Dementsprechend unwohl ist uns auch, als der Elefantenbulle zielstrebig und nicht gerade freundlich dreinblickend auf unser Fahrzeug zukommt. Dino steuert uns vorsichtshalber rückwärts ins Gebüsch, um den Weg frei zu geben. Ob ich diese Idee gut finden soll weiß ich nicht, denn wie sollen wir halb im Gebüsch steckend noch reagieren können?

Ein Elefant in Musth im Kwandwe Private Game Reserve Suedafrika
Ein Elefant in Musth kann schnell gefährlich werden…

Zum Glück trampelt der Elefantenbulle an uns vorbei, aber nicht ohne uns mit eindeutigen Lauten zu verstehen zu geben, dass wir nicht willkommen sind.

Etwas träger reagiert da die Löwenfamilie auf uns, die wir bei ihrem Nachmittags-Nickerchen im Schatten antreffen.

Loewe auf Safari im Kwandwe Private Game Reserve - Suedafrika Reiseblog Road Traveller

Loewen auf Safari in Suedafrika im Kwandwe Private Game Reserve

Auch die Hippos wirken träge, gelten aber als die für Menschen gefährlichsten Tiere im afrikanischen Busch!

Nilpferde auf Safari im Kwandwe Private Game Reserve

Neben den Big 5 sehen wir immer wieder zahlreiche Antilopenarten, Warzenschweine, Straußen und Zebras.

Zebra auf Safari im Kwandwe Private Game Reserve in Suedafrika

Die Suche nach dem Leopard

Am letzten Tag haben wir noch eine Mission. Wir wollen versuchen, auf unserer allerletzten Morgensafari den einzigen Vertreter der Big 5 zu finden, den wir bisher noch nicht zu Gesicht bekommen haben. Einen Leoparden.

Leoparden sind Einzelgänger und äußerst scheu. Sie einmal nicht im Gebüsch oder auf einem Baum anzutreffen, ist tatsächlich äußerst schwierig. Dementsprechend tun auch wir uns heute schwer, das beeindruckende Tier aufzufinden. Denn obwohl wir mit Dino morgens extra früh losfahren, vermuten wir den Leoparden erst einmal in der ganz falschen Ecke des Reservats. Und müssen das ganze Gebiet nochmal durchqueren. Aber am Ende haben wir doch noch Glück! Zwar versteckt sich der Leopard ziemlich gut, uns freut es aber trotzdem ihn ein paar Minuten beobachten zu können.

Ein Leopard versteckt sich im Gebuesch im Kwandwe Game Reserve
Ein Leopard! Jetzt haben wir tatsächlich die Big 5 gesehen!

Jetzt haben wir tatsächlich auch auf dieser Südafrika Reise wieder alle Big 5 gespottet 😃.

Über das Kwandwe Private Game Reserve

Das Kwandwe Private Game Reserve liegt kurz hinter Grahamstown im Great Fish River Valley und gehört bereits zur Provinz Eastern Cape.

Wie bei den privaten Reservaten üblich, bucht man ein All-inclusive-Paket, das nicht gerade günstig ist. Im Preis enthalten sind alle Mahlzeiten und Getränke sowie zwei Game Drives pro Tag. Während deines Aufenthalts hast du durchgehend einen „persönlichen“ Guide, der sich um alle Anliegen kümmert. Auch Walking Safaris werden auf Wunsch organisiert und es gibt ein Community Projekt der lokalen Bevölkerung, das besichtigt werden kann.

Insgesamt gibt es im Kwandwe Private Game Reserve 5 Lodges und Villen, in denen maximal 52 Gäste untergebracht sind. Die Guides sind bestens ausgebildet und haben bereits einige Auszeichnungen als beste Safari-Guides Südafrikas gewonnen.

Hier kommst du direkt zur Website.

Ausblick auf den Great Fish River
Ausblick auf den Great Fish River
Unglaublich tolle Bungalows im Kwandwe Private Game Reserve
Unglaublich tolle Bungalows in der Great Fish River Lodge

Unglaublich tolle Bungalows im Kwandwe Private Game Reserve

Unser Fazit: Lohnt es sich?

Unsere Tage im Kwandwe Private Game Reserve waren wirklich wunderschön und wir haben sie in vollen Zügen genossen. Gebraucht haben wir den ganzen Luxus in der Wildnis aber eigentlich nicht.

Wir persönlich bleiben Fans der großen Nationalparks wie dem Krüger Nationalpark, der Serengeti und dem Etosha Nationalpark. Auch Botswana und Simbabwe mit ihren wahnsinnig beeindruckenden Schutzgebieten stehen ganz oben auf unserer Wunschliste. Hier sind die Natur, die unvorstellbaren Weiten Afrikas einfach nochmal viel stärker spürbar.

In einem Private Game Reserve ist es uns etwas zu vohersehbar – man hat nahezu eine Big 5 Garantie, da die Guides recht genau wissen, wo die Tiere sich aufhalten. Das hat natürlich definitiv auch seine Vorteile, denn man kann die Tiere sehr nah und intensiv erleben. Gut fanden wir, dass die Natur wirklich sich selbst überlassen wird – Löwen, Leoparden und Geparden dürfen jagen und sich frei im Reservat bewegen (was in manchen kleineren Game Reserve um Kapstadt herum nicht der Fall ist).

Wer nur das Western und Eastern Cape besucht, hat mit dem Addo Nationalpark und den tollen, gut erreichbaren Private Game Reserves auf jeden Fall eine super Safari-Möglichkeit und sollte diese unbedingt nutzen!

Safaris sind einfach wunderbar und wir könnten stundenlang Tiere beobachten, durch den Busch laufen, Sonnenauf- und Untergänge und die unglaublichen Weiten Afrikas bestaunen.


Warst du denn schon einmal auf Safari? Was hat dich am meisten beeindruckt? Wir freuen uns, wenn du uns einen Kommentar da lässt!

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Das war unsere Roadtrip-Route durch Südafrika 2017:

Montagu (2 N.) – Auf der Route 62 nach Oudtshoorn (2 N.) – Baviaanskloof Nature Reserve (1 N.) – Addo Elephant Park (1 N.) – Kwandwe Private Game Reserve (3 N.) – Plettenberg Bay / Wanderung Robberg Nature Reserve (2 N.) – Gansbaai und De Kelders zum Whalewhatching (2 N.) – Franschhoek (2 N.) – Stellenbosch und Besuch im Kindergarten Kylemore (1 N.) – Kapstadt (3 N.)

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Auf Safari im Kwandwe Private Game Reserve in Südafrikas Eastern Cape - lohnt es sich?
Auf Safari im Kwandwe Private Game Reserve – lohnt es sich?
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2 Comments

  1. Was für eine schöne Safari! Alle Tiere, die man sehen will, habt ihr gesehen. Toll auch, dass ihr die Spitzmaulnashörner sehen konntet. Ich freue mich so sehr, endlich Tiere in freier Wildbahn zu erleben. In echt mal einen Löwen sehen, das wäre auch ganz nett. So eine tolle Reise! Alles was man sehen und erleben möchte ist dabei.
    Liebe Grüße, Selda.

    1. Hallo Selda! Ja, es ist einfach unglaublich toll, Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Könnten wir stundenlang machen 😃! Bin gespannt, von deinen Erlebnissen auf Safari zu hören! Bestimmt werdet ihr auch total begeistert sein! Liebe Grüße, Lisa

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