Vor uns breitet sich der türkisblau glitzernde Ozean aus, über uns der stahlblaue Himmel. Um uns herum nichts als Sand, felsige Küstenberge und blühender Fynbos. Nicht mal der extreme Wind – der uns den Sand in so ziemlich jede Körperritze weht – kann unsere Stimmung trüben, als wir mutterseelenallein auf dem Thomas T. Tucker Shipwreck Trail am Kap der Guten Hoffnung wandern. Naja, fast alleine. Ein paar Buntböcke, Strauße und sogar ein Cape-Mountain Zebra kreuzen heute unseren Weg 🙂
Da wir bereits zweimal am Kap der Guten Hoffnung waren, wollen wir den Nationalpark diesmal ganz bewusst abseits der Massen erkunden. Und entscheiden uns für eine landschaftlich einmalige Wanderung auf dem Thomas T. Tucker Trail (oft auch als Olifantsbos Shipwreck Trail bezeichnet) zu zwei einsamen Schiffswracks.
#Dreamnowtravellater #Südafrikawirsehenuns ♡ In Zeiten von Corona sind wir jeden Tag in Gedanken in unserem Herzensland Südafrika. Wir hoffen für die Menschen, dass sie diese Krise gut überstehen. Denn wer das Land kennt weiß, wie schwierig das Leben für viele, vor allem in den Townships und armen Vierteln, sowieso schon ist! Schau gerne mal auf die Website des Vereins Lebenslinien e.V., die aktuell alle Hebel in Bewegung setzen damit Kinder im Western Cape nicht hungern müssen.
Das Kap der Guten Hoffnung im Table Mountain Nationalpark
Schon 1938 wurde das Kap der Guten Hoffnung zum Nature Reserve erklärt, 1998 in den heutigen Table Mountain Nationalpark integriert. Der Nationalpark erstreckt sich seitdem auf 70 Kilometern vom Signal Hill über Lions Head und Tafelberg bis runter ans Kap der Guten Hoffnung.
Das Schutzgebiet ist Teil des einzigartigen Cape Floral Kingdom und beheimatet eine weltweit einmalige Vielfalt an Pflanzen – vor allem den wunderbaren Fynbos.
⇒ Da wir die Kapflora in den letzten Jahren auf sehr vielen Wanderungen kennen und lieben gelernt haben, werden wir darüber bald in einem separaten Artikel berichten.
Auf der Kap-Halbinsel leben neben Straußen, Elen-Antilopen, Dassies und Pavianen auch die selten gewordenen Kap-Bergzebras (Cape Mountain Zebra) und Buntböcke (Bontebok), die ansonsten nur noch in wenigen Naturreservaten im Western Cape heimisch sind. Am berühmten Boulders Beach kannst du die niedlichen Brillenpinguine beobachten und mit etwas Glück erspähst du an der Küste vorbeiziehende Wale.
Das Kap der Guten Hoffnung ist also ein wahres Naturparadies und es lohnt sich absolut, dieses ausgiebig zu erkunden!
Der Olifantsbos Shipwreck bzw. Thomas T. Tucker Trail
Infos zum Thomas T. Tucker Trail
- Start & Ziel: Parkplatz Olifantsbos
- Länge: 5 km
- Dauer: 2,5 Std.
- Anspruch: einfach, je nach Witterung kann es aber auch anstrengend werden
- Beschilderung: ausreichend. Die kleine Wanderkarte, die du gegen geringe Gebühr im Infocenter kaufen kannst ist hilfreich, aber nicht notwendig
- Infos: Infomaterial und Toiletten findest du im Buffelsfontain Visitor Center
Da sich der Wanderweg im Nationalpark befindet, bist du an die Öffnungszeiten des Kap der Guten Hoffnung gebunden und musst den jeweils gültigen Eintrittspreis ins Reservat bezahlen.
Die Wanderung ist durchgehend sonnig und dem oft starken Wind ausgesetzt. Ausreichend Wasser und Sonnenschutz sind daher absolut notwendig.
Circa zwei Kilometer nach dem Parkeingang zweigt die Straße, die uns später zum Wanderparkplatz bringt, rechts ab Richtung Olifantsbos. Wir fahren vorher allerdings noch ein ganzes Stück weiter zum Buffelsfontain Visitor Center, um uns eine kleine Wanderkarte zu besorgen.
Auf dem Weg zum Olifantsbos-Parkplatz begegnen wir nur einer Handvoll Autos. Und können so völlig ungestört beobachten, wie eines der selten gewordenen Kap-Bergzebras in aller Seelenruhe vor uns die Straße überquert. Ansonsten sehen wir viele Strauße und am Ende unserer Wanderung einige Buntböcke.
Los geht unsere Wanderung auf dem Shipwreck Trail
Es ist super windig, als wir unsere Wanderung vom Olifantsbos-Parkplatz starten, aber der stahlblaue Himmel und das türkis glitzernde Meer machen jedes Sandkorn wett, das sich in so ziemlich jeder Körperritze festsetzt. Gut gelaunt laufen wir durch Fynbos Richtung Meer, genießen die satten Farben, das Meeresrauschen und die raue Natur.
Verlaufen kann man sich auf der Wanderung kaum. Zunächst folgen wir einfach dem Strand – mal über Felsen, mal auf karibisch weißem Sand – bis nach ca. einer Dreiviertelstunde (1,5 km) das erste Schiffswrack in Sicht kommt.
Ein bisschen unheimlich ist es schon, wie die Übrigbleibsel der Thomas T. Tucker so düster vor uns liegen. Wir sind mutterseelenallein mit diesem riesigen Ozean, eingerahmt von Dünen und Küstenbergen. Ebenso düster ist die Geschichte des Schiffswracks. Die Thomas T. Tucker war ein amerikanischer Liberty-Frachter der 1942, beim Versuch nächtlichen Torpedo-Angriffen auszuweichen, auf Grund lief. Glücklicherweise überlebte aber die gesamte Besatzung.
Im Visitor Center kannst du übrigens mehr über die Geschichte der Kap-Halbinsel im 2. Weltkrieg erfahren.
Schon von weitem sehen wir das zweite Wrack, das nur wenige hundert Meter weiter am Strand liegt. Die Nolloth sank 1965, nachdem sie auf ihrem Weg von Kapstadt nach Durban einen Felsen rammte und voll Wasser lief. Der Kapitän schaffte es noch, das Boot mit seiner Familie ans Ufer zu navigieren.
Nun musst du etwas aufmerksam sein, um den weiteren Wegverlauf nicht zu verpassen. Denn kurz nach dem Wrack der Nolloth geht es links ins Landesinnere. Der Pfad ist vom Strand aus recht gut erkennbar und ausgeschildert.
Durch Fynbos auf die Höhe
Durch blühenden und duftenden Fynbos laufen wir stetig bergauf und genießen immer wieder den Blick zurück auf den Ozean. Wirklich unglaublich schön! Ein bisschen erinnert uns das Panorama an den West Coast Nationalpark nördlich von Kapstadt, wo wir 2018 während der Wildblumen-Blüte einen wunderbaren Tag verbracht haben.
Mit jedem Meter, den wir nach oben und vom Strand weg laufen, scheint auch der Fynbos höher zu wachsen – die Vegetation wird buschiger.
Je weiter wir gehen, desto rauer und felsiger wird die Landschaft. Da wir jetzt einige Höhenmeter über dem Meer sind, bieten sich immer wieder tolle Ausblicke hinunter zur Küste, die wir gerade zuvor erwandert haben.
Ziemlich genau der offiziellen Angaben entsprechend kommen wir nach rund 2,5 Stunden wieder am Parkplatz an. Zwar ist der Weg wirklich nicht schwierig und auch recht kurz, Sonne und Wind haben uns aber doch ganz schön angestrengt.
Als auf dem Weg zurück die Landschaft nochmal im Autofenster an uns vorbeizieht sind wir uns einig, dass es sich absolut lohnt die Kap-Halbinsel abseits der Touristenmassen zu erkunden. Gerade der kurze Thomas T. Tucker Shipwreck Trail lässt einen die besondere Natur hautnah erleben und spüren!
Weitere Wanderungen rund um Kapstadt, auf denen du die wunderbare Natur erlebst:
- Fynbos Wunderland: Auf dem Palmiet River Trail durch das Kogelberg Nature Reserve
- Wanderung auf den Tafelberg durch die Skeleton Gorge durch unglaublich schöne Natur
- Auch die Cederberge nördlich von Kapstadt gehören zum Cape Floral Kingdom und lassen sich wandernd entdecken
- Besonders zu empfehlen während der Wildblumen-Blüte im Frühling: Der West Coast Nationalpark