Wandern in den Cederbergen in Suedafrika

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Schon lange stehen die Cederberge auf unserer Südafrika Wunschliste. Vor allem wegen ihrer wilden Natur, tollen Wandermöglichkeiten und dem kristallklaren Sternenhimmel. Und da es bisher auf noch keiner Reise klappen wollte, haben wir unsere Route in diesem Jahr extra auf einen Besuch in den Cederberg Mountains ausgerichtet!

Die Cederberg Mountains erheben sich in Südafrikas Western Cape, rund 200 Kilometer nördlich von Kapstadt. Trotz dieser Nähe zu den touristischen Hotspots gehört die Region zu einer der Unberührtesten in Südafrika. Auf rund 70.000 Hektar wurde mit der Cederberg Wilderness Area ein Naturschutzgebiet geschaffen, das seit 2004 als Teil der Cape Floral Region zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Die namensgebende Clanwilliam Zeder findet man leider nur noch selten. Denn europäische Siedler rodeten die hartholzigen Bäume, um sie unter anderem zu Telefonmasten zu verarbeiten.

Wanderung zum beeindruckenden Maltese Cross in den Cederbergen
Beeindruckendes Maltese Cross in den Cederbergen

Markantes Wahrzeichen der Cederberge sind die von Wind und Wetter gestalteten Steinformationen. Bizarre Felsen und Steinhaufen entdeckst du überall entlang der Straße, manche „Kunstwerke“ muss man sich dagegen mit Schweiß erwandern. Wie zum Beispiel das beeindruckende „Maltese Cross“ oder den „Wolfsberg Arch“ (wegen der Brände 2016 noch geschlossen).

Die hier heimischen und sehr scheuen Bergleoparden haben wir zwar nicht zu Gesicht bekommen, dafür auf unseren Wanderungen gleich zwei Puffottern…

Always take the road less travelled: Auf geht´s in die Cederberge

Von Paternoster führt unsere Tagesetappe erstmal schnurstracks geradeaus Richtung Citrusdal. Die Stadt ist, wie man am Namen unschwer erkennen kann, ein Zentrum des Zitrusfrüchteanbaus. Deshalb unbedingt aussteigen und den großartigen Duft genießen, der einem mit seiner Süße fast den Atem raubt.

Nach Citrusdal wird es endlich wieder spannend! Denn statt der N7 wählen wir die Route über die „Vortrekker Street“ nach Clanwilliam. Auf dieser staubigen, ungeteerten Piste fühlen wir uns pudelwohl und stimmen uns schon mal auf die Wildnis der Cederberge ein.

Tolle Natur auf der Piste Richtung Clanwilliam und entlang der Cederberge
Auf der Piste Richtung Clanwilliam

Clanwilliam, Zentrum des beliebten Rooibos Tee

Unser heutiger Übernachtungsstop, Clanwilliam, ist das Zentrum des Rooibos Tee Anbaus. Wusstest du, dass die in Deutschland so beliebte Teesorte tatsächlich ausschließlich in Südafrika – und hier auch nur in einem kleinen Gebiet am Rande der Cederberge – angebaut wird?

Da wir nur eine Nacht bleiben, schaffen wir es leider nicht eine Rooibos Farm zu besuchen. Stattdessen halten wir vor der Weiterfahrt kurz am Rooibos Teahouse bei Marietjie und Sanet, zwei Schwestern die die Rooibos Route ins Leben gerufen haben. Bei ihnen erfährt man so einiges über den gesunden Tee und kann sich auch gleich mit verschiedenen Rooibos Teesorten für zuhause eindecken.

Infos: www.rooibosteahouse.co.za und www.rooibos-route.co.za

Roadtrip und wandern in wilder Natur

Roadtrip Fans aufgepasst! Die Strecke von Clanwilliam quer durch die Cederberg Wilderness Area bis zur Mount Ceder Lodge am südöstlichen Zipfel ist wirklich ein Traum. Natur. Einsamkeit. Gravel Roads. Eine Route ganz nach unserem Geschmack 🙂

Der Olifants River in den Cederbergen bei Clanwilliam
Der Olifants River verspricht Abkühlung im heißen Sommer
Auf Gravel Roads in die Cederberge in Suedafrika
Auf Gravel Roads in die Cederberge

In Algeria, wo sich die Parkverwaltung befindet, machen wir einen ersten Stopp. Die nette Dame an der Info-Theke schwärmt uns von der Wasserfall Wanderung vor, die hier beginnt. Bei über 30 Grad hört sich Wasser tatsächlich ganz verlockend an und wir starten direkt los.

Wanderung zum Wasserfall bei Algeria

Ein einfacher, durch den steilen Anstieg dennoch ganz schön anstrengender Weg führt in rund 1,5 Stunden hinauf zum Wasserfall. Schatten gibt es wenig, da man nur durch flache Fynbos-Vegetation wandert.

Wanderung zum Wasserfall bei der Algeria Forest Station in den Cederbergen

Zum Baden sind die Becken des Wasserfalls zwar viel zu klein und flach, unsere Füße freuen sich trotzdem über die Abkühlung. Der Wasserfall ist auf jeden Fall sehenswert, vor allem da wir ihn ganz für uns alleine haben. Nur die Wasserbecken müssen wir uns mit einigen Fröschen teilen.

Zurück folgt man demselben Weg und da es stetig bergab geht, ist der Abstieg in einer Stunde gut zu schaffen. Wir sind ziemlich flott unterwegs, als vor mir plötzlich etwas im Gebüsch raschelt. Eine ausgewachsene Puffotter schlängelt sich direkt vor meinen Füßen über den Wanderweg. Während wir vorher in Afrika noch nie einer Schlange in natura begegnet sind, waren es auf diesem Roadtrip ganze 5 Exemplare!


Infos zum Wandern in den Cederbergen:

Man zahlt in der Wilderness Area keinen Parkeintritt, dafür müssen Permits für die jeweiligen Wanderungen gekauft werden. Diese bekommst du u.a. in den meisten Unterkünften, in der Algeria Forest Station und der Darwsrivier Lodge. Wir haben vorher öfters gelesen, dass Permits begrenzt und somit schnell vergeben sein können. Bei uns in der Vorsaison war das definitiv nicht der Fall. In der Hauptsaison und zu südafrikanischen Schulferien ist es aber vielleicht kein Fehler, sich rechtzeitig zu informieren.

Kosten Wasserfall-Wanderung: 70 ZAR p.P. (mit Wild Card kostenlos).

Weitere Infos erhältst du auf der Seite von Cape Nature.

Auf dem Gelände der Algeria Forest Station selbst gibt es einen schönen Campingplatz und verschiedene Selbstversorger-Unterkünfte.


Von Algeria führt die Fahrt auf Schotterpisten durch eine wunderschön raue und steinige Berglandschaft mit viel Fynbos, Proteen und skurillen Steinformationen. Es wirkt, als hätte ein Riese Lego gespielt. Mal hat er seine Türmchen achtlos umgehauen, mal zu richtigen Kunstwerken geformt.

Recht spät erreichen wir die Mount Ceder Lodge, wo wir die nächsten zwei Nächte in einer Selbstversorger-Hütte verbringen. Im kleinen Shop decken wir uns mit dem nötigsten für unser selbst gezaubertes Abendessen ein und verbringen den Abend im heimeligen Cottage mit Blick auf den glasklaren Sternenhimmel.

Selbstversorger Cottage auf der Mount Ceder Lodge
Unser gemütliches Selbstversorger Cottage auf der Mount Ceder Lodge
Morgendlicher Ausblick in der Mount Ceder Lodge in den Cederbergen
Morgendlicher Ausblick auf der Mount Ceder Lodge in den Cederbergen

Wanderung zum Maltese Cross

Am nächsten Morgen brechen wir früh auf zu unserer Wanderung zum Maltese Cross, denn wir wollen die größte Mittagshitze meiden. Das Permit kaufen wir direkt in der Darwsrivier Lodge, in deren Nähe die Wanderung startet. Von der Sternbeobachtungswarte der Lodge führt eine ganz schön holprige Piste circa 6 Kilometer zum Wanderparkplatz – mit dem normalen Pkw zwar unbequem, aber machbar.

Motiviert spurten wir los, denn die Natur um uns herum fasziniert uns und der Aufstieg verspricht tolle Ausblicke. Spätestens nach einer halben Stunde bringen uns Berg und Sonne allerdings schon ganz schön zum Schnaufen. Der Wanderweg ist zwar nicht schwierig, zu Beginn aber sehr steil und anstrengend.

Verschnaufpause auf der Wanderung zum Maltese Cross in den Cederbergen
Verschnaufpause auf der Wanderung zum Maltese Cross

Nach knapp zwei Stunden taucht in der Ferne unser Ziel auf: das rund 20 Meter hohe Maltese Cross. Dahinter erhebt sich der Sneeuberg, mit 2028 Metern der höchste Berg der Cederberg Mountains. Hier oben nehmen wir uns Zeit, genießen die unglaubliche Ruhe und Einsamkeit der Landschaft. Und bestaunen mal wieder, welche Kunstwerke Mutter Natur so schafft!

Wanderweg zum Maltese Cross in den Cederbergen
Wanderweg zum Maltese Cross in den Cederbergen

Beeindruckendes Maltese Cross in der Cederberg Wilderness Area

Wir genießen die absolute Stille am Maltese Cross in den Cederberg Mountains
Wir genießen die absolute Stille auf dem Bergplateau

Infos zur Wanderung: Rund 1,5 – 2 Std. dauert die Wanderung nach oben, 1 – 1,5 Std. zurück zum Parkplatz (je nach Kondition und Geschwindigkeit). Start an der Darwsrivier Lodge, wo du auch dein Permit für 70 ZAR p.P. kaufen kannst. Die Wanderung zum Maltese Cross ist anstrengend, aber absolut lohnenswert!

Bevor wir zurück zur Mount Ceder Lodge fahren, gönnen wir uns am Nachmittag ein Wine Tasting im höchstgelegenen Weingut Südafrikas. Rund um die Darwsrivier Farm wachsen Weinreben, die für mich irgendwie so gar nicht in diese raue, felsige Berglandschaft passen wollen. Aber der Wein schmeckt gut, also muss es ja funktionieren.

Farbspiele am Abend in den Cederbergen
Farbspiele am Abend

Felszeichnungen und geheime Pläne

In den Cederbergen kannst du an mehreren Stellen gut erhaltene Felsmalereien der San anschauen. Leider reicht uns die Zeit am folgenden Morgen nicht, die Stadsaal Caves im Matjiesrivier Nature Reserve (ein Reservat innerhalb der Wilderness Area) zu besuchen. Dort findest du neben Felszeichnungen der Ureinwohner San auch jüngere Felsbeschriftung der National Party. Man vermutet, dass 1948 geheime Treffen in den Felsenhöhlen stattfanden, um die Machterlangung zu planen.

Stattdessen schauen wir uns die Felszeichnungen direkt auf der Mount Ceder Lodge, ganz in der Nähe unseres Cottages an. Diese sind zwar nicht ganz so spektakulär, aber trotzdem interessant anzusehen. Ich werde wahrscheinlich nie verstehen, wie dumm Menschen sein müssen, ihre eigenen Namen und „Gemälde“ neben die Felszeichnungen zu schmieren. Da bin ich wirklich sprachlos.

Felszeichnungen der San auf der Mount Ceder Farm
Felszeichnungen der San auf der Mount Ceder Lodge

Über tausende von Jahren lebten die San als Jäger und Sammler hier in den Cederbergen. Erst die Kolonialisierung vor rund 200 Jahren vertrieb die Ureinwohner des südlichen Afrikas aus diesem Gebiet.

Nach so viel Natur, wandern und Einsamkeit geht unser West Coast Roadtrip nun weiter über die Pässe ins Weinland. In Stellenbosch wollen wir relaxen und und beim Weingut-Hopping ausgiebig schlemmen 🙂

Unsere Unterkünfte in den Cederbergen

Yellow Aloe Guesthouse, Clanwilliam

Absolut empfehlenswert, grandioser Garten, gutes Frühstück. Aus unserem Gästehaus Yellow Aloe* in Clanwilliam wollten wir eigentlich gar nicht mehr auschecken, denn der liebevoll angelegte Garten der Unterkunft ist einfach der Hammer!

Yellow Aloe Guesthouse in Clanwilliam
Yellow Aloe Guesthouse in Clanwilliam

Mount Ceder Lodge im Südosten der Cederberge

Tolle Lage und Ausblicke, vor allem von der Restaurant-Terrasse. Gemütliche Self Catering Unterkünfte mit gut ausgestatteter Küche – wobei Frühstück und Abendessen auch im Restaurant gebucht werden können (rechtzeitig, ein Tag vorher).

Auf dem Gelände der Mount Ceder Lodge gibt es einige Wanderwege. Einziger Nachteil ist die Entfernung zu den bekannten Wanderungen wie zum Maltese Cross. Rund 45 Minuten Fahrzeit muss man auf den Gravel Roads einplanen, um zum Beispiel zur Darwsrivier Lodge zu gelangen, von der die Wanderung startet.

Infos und Buchung: www.mountceder.co.za

Eine zentralere Alternative wäre das Sanddrif Holiday Resort auf der Darwsrivier Farm, das leider bei uns schon ausgebucht war.

Selbstversorger Cottage auf der Mount Ceder Lodge
Unser gemütliches Selbstversorger Cottage der Mount Ceder Lodge
Ausblick von der Restaurantterrasse der Mount Ceder Lodge
Ausblick von der Restaurantterrasse der Mount Ceder Lodge

Raue Natur, Einsamkeit und tolle Wandermöglichkeiten: Liebe Cederberge, wir sehen uns wieder

Unser Fazit könnte nicht eindeutiger sein. Die Cederberge haben unser Herz im Sturm erobert. Da wir in zwei Tagen längst nicht alles sehen und entdecken konnten, kommen wir auf jeden Fall wieder. Vielleicht ist ja auch die berühmte Wanderung zum Wolfsberg Arch dann wieder zugänglich.

Einsame Piste durch die Cederberge
Einsame Piste durch die Cederberge

Was meinst du? Würden dich die Cederberge auch begeistern? Oder warst du selbst schon mal dort? Schreib uns gerne in die Kommentare!

Infos Cederberg Mountains

Von Kapstadt aus erreichst du die Cederberge in etwas mehr als zwei Stunden über die N7 (Cape to Namibia Route). Eine schöne Alternative für den Rückweg ist die Strecke über Op die Berg, Ceres, tolle Pässe und Paarl.

Du zahlst keinen Eintritt in die Wilderness Area, musst dafür aber Permits für die einzelnen Wanderungen kaufen. Diese sind mit der Wild Card kostenlos. Leider ist die Wanderung zum größten Wahrzeichen der Cederberge – Wolfsberg Arch, ein beeindruckender Felsbogen – immer noch wegen der Brände 2016 gesperrt.

Die Pisten im Naturschutzgebiet sind zwar ungeteert, bis auf wenige Ausnahmen (eindeutig gekennzeichnet) aber mit dem normalen Pkw befahrbar. Es gibt keine Tankstellen und außer den Unterkünften auch keine Infrastruktur wie Restaurants oder Einkaufsmöglichkeiten.

Im Sommer kann es in den Cederbergen sehr heiß werden (wir hatten im Frühjahr, Anfang Oktober, bereits zwischen 30 und 37 Grad). Im Winter fällt dagegen sogar Schnee.

Weitere Infos und Buchungen: Cederberg Conservancy und Cape Nature

Unsere Reise- und Wanderführer:

Lust auf mehr? Unser West Coast Roadtrip 2018


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