Porto Azzurro auf Elba

Mit erstaunlicher Energie vertreibt die aufgehende Sonne die dicken Gewitterwolken der Nacht. Eigentlich ist das ja so gar nicht unsere Zeit. Trotzdem stehen wir gut gelaunt an Bord der Fähre, die uns vom italienischen Festland nach Elba bringt und lassen uns die salzige Meeresbrise um die Nase wehen. Immer deutlicher ist die hügelig grüne Silhouette der Insel im Toskanischen Archipel zu erkennen. Und als wir eine knappe Stunde später in den Hafen von Portoferraio einlaufen, begrüßt uns die Inselhauptstadt bereits im warmen Licht des Spätsommers und mit dem so typisch italienischen Morgentrubel. Herrlich!

Mit der Faehre nach Elba
Elba im Morgenlicht

In diesem verrückten Corona-Jahr genießen wir die Flexibilität unseres Italien Roadtrips ganz besonders und entscheiden uns daher ziemlich spontan, von der toskanischen Maremma aus mit dem Wohnmobil nach Elba zu schippern. Es ist Ende September, wir sind gerade voll in Meerlaune und den Sommer wollen wir auch noch nicht gehen lassen. Also ab auf die Insel!

Auf nach Elba!

Nicht mal ganz zehn Kilometer vom italienischen Festland entfernt liegt Elba im Tyrrhenischen Meer und hat so einiges zu bieten. Hügelig grüne bis alpin schroffe Landschaften mit tollen Wanderwegen, quirlige Hafenorte, hübsche Bergdörfer und natürlich die unzähligen Buchten und Strände mit glasklarem Meer. Mit ihren gerade mal 224 km² Fläche lässt sich die Insel sehr entspannt von einem Ort aus in Tagesausflügen erkunden.

Zusammen mit einem Meeresgebiet von mehr als 600 km² und sechs weiteren Inseln gehört Elba zum Nationalpark Toskanischer Archipel, fast die Hälfte der Insel steht unter Naturschutz.

Ausblicke auf Elbas Nordkueste

Ein Name ist auf Elba immer präsent: Napoleon. Denn der abgesetzte Kaiser wurde 1814 nach Elba strafversetzt und die Insel für 10 Monate zu seinem kleinen Fürstentum. Viel früher als Napoleon hinterließen hier allerdings schon die Etrusker ihre Spuren. Seit etwa 750 v. Chr. beherrschten sie die Insel und begannen mit dem Abbau von Eisenerz, das ihnen im Osten der Insel unerschöpflich schien.

Typische Ausblicke auf Elba

Nachdem wir den Vormittag mit der Suche nach einem Campingplatz im Wohnmobil vertrödelt haben, machen wir uns am Nachmittag auf zu einer kleinen Inselrundfahrt mit dem Roller. Wir düsen Richtung Osten der Insel, unser erster Stopp ist das Bergdorf Capoliveri.

Capoliveri

Schon von weitem sehen wir Capoliveri auf einem Hügel in den Ausläufern des Monte Calamita thronen und je näher wir kommen, desto farbenfroher leuchtet das Dörfchen. Wohl schon von den Etruskern besiedelt, ist Capoliveri heute ein ziemlicher Touristenmagnet.

Blick auf das Bergdorf Capoliveri auf Elba in der Toskana
Blick auf das bunte Bergdorf Capoliveri

Am trubeligsten ist es auf und um die Piazza Matteotti mit ihren Cafés, Bars und der Aussichtsterrasse Richtung Meer. Rundherum locken kleine Lädchen die Touristen, jetzt Ende September ist der Ort aber wirklich entspannt. Vor allem, als wir in die Seitengassen abbiegen und uns einfach ein wenig treiben lassen.

Ein tolles Ausflugsziel auf Elba ist das Bergdorf Capoliveri

Gerne hätten wir die Halbinsel Calamita, die zum Großteil zum Nationalpark Toskanisches Archipel gehört, noch wandernd erkundet. Heute fehlt uns dazu aber leider die Zeit. Wie der gesamte Osten der Insel, ist der südöstliche Zipfel durch den Eisenerzabbau der letzten Jahrhunderte geprägt. Beim Wandern oder Mountainbiken trifft man wohl noch auf die Reste alter Tagebau- und Förderanlagen. Erde, Steine und Strände sind oft rot gefärbt vom oxidierten Eisen, dazwischen glitzern die Mineralien.

Da der Abend mittlerweile schon immer näher rückt, fahren wir weiter nach Porto Azzurro, um uns dort ein schönes Restaurant zum Abendessen zu suchen.

Porto Azzurro

Auch hier macht bereits die Anfahrt richtig Spaß. Es ist ein genialer Anblick, wenn nach einer Kurve plötzlich der Hafen von Porto Azzuro auftaucht: Schaukelnde Schiffe und Boote im tiefblauen Meer, das quirlig bunte Städtchen und dahinter die für Elba so typischen grün-schroffen Hügel.

Ansonsten ist auch Porto Azzurro ein typisch italienisches Hafenstädtchen mit wuseliger Piazza, Einkaufsgassen und jeder Menge Restaurants. Wir entscheiden uns für ein Fischrestaurant im Hafen, wo ich gleich die Empfehlung des Tages probiere, frischen Fisch nach elbanischer Art. Sehr lecker!

Porto Azzurro auf Elba
Abendstimmung in Porto Azzurro
Porto Azzurro auf Elba haben wir bei unserer Rundreise mit dem Wohnmobil erkundet
Der Hafen von Porto Azzurro

Küstenwanderung mit Planänderung: Von Viticcio nach Procchio

Heute wollen wir unbedingt raus in die Natur! Unser Reiseführer empfiehlt eine Wanderung entlang der Küste im Norden der Insel, von Viticcio über Biodola nach Procchio. Da zwischen den Orten keine Busse fahren, gehts auf demselben Weg zurück, was insgesamt 14 Kilometer ergibt.

Von Viticcio aus wandern wir direkt durch ein Küstenwäldchen voll knorriger Steineichen und Pinien, dazwischen blitzt immer wieder das blaue Meer durch.

Auf unserer Wanderung von Viticcio nach Biodala
Start in Viticcio mit Blick auf das Capo d´Enfola

Wandern auf Elba von Viticcio nach Biodola mit Ausblick auf die Kueste

Das letzte Stück über Scaglieri nach Biodola laufen wir auf einem Sträßchen und kommen sogar direkt an unserem ursprünglichen Wunsch-Campingplatz, Camping Scaglieri, vorbei. Der Strand von Biodola, den wir nach rund einer Dreiviertelstunde erreichen, gilt als einer der schönsten auf Elba. Uns begeistert er (wie viele italienische Strände) eher weniger – das ist aber sicher Geschmacksache und für Familien ist der breite Sandstrand bestimmt toll.

Am Strand von Biodola auf Elba
Am Strand von Biodola

Gerade als der Wanderweg beginnt, wieder spannender zu werden – wir laufen entlang der felsigen Küste direkt über dem türkis glitzernden Wasser – stehen wir plötzlich vor verschlossenem Tor. Ein Hinweisschild informiert uns, dass der weitere Weg wegen unruhiger See gesperrt ist. Na super… Da der angezeigte Umweg uns zu weit und zu unspektakulär scheint, drehen wir ziemlich enttäuscht um. Percorso della salute, Gesundheitsweg, heißt dieser für uns verbotene Pfad, der richtig toll am Wasser entlang führt und zwei kleine Buchten passiert.

Da wir jetzt absolut keinen Zeitdruck haben, legen wir auf dem Rückweg einfach noch ein paar spontane Abstecher ein und finden so manches wunderschöne Plätzchen, das wir ganz für uns alleine haben. Auch herrlich 🙂

Wandern auf Elba mit Ausblick

Wanderweg auf Elba bei Viticcio

Kueste Elba

Einsame Badestelle auf Elba
Hier gönnen wir uns eine kurze Erfrischung im Meer 🙂

⇒ Infos zur Wanderung von Viticcio über Biodola nach Procchio

Da wir unsere Wanderung vorzeitig abbrechen mussten, haben wir sie nicht auf Komoot veröffentlicht. Infos zur kompletten Route findest du im Reiseführer „Elba“ aus dem Reise Know How Verlag.

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Die Kueste von Viticcio auf Elba

Hoch über Elba: Wanderung von Marciana zum Santuario Madonna del Monte

Vom Meer in die Berge, von den Bergen ans Meer – das geht auf Elba, vor allem im Westen, ruckzuck und für diese Abwechslung verlieben wir uns so langsam in die Insel. Auch heute fahren wir vom Campingplatz aus in Richtung Procchio und von dort mit einigen Fotostopps an der Küste entlang nach Marciana Marina.

Ausblicke auf Elba
Und wieder eine Anfahrt mit Ausblick

Der Küstenort, der sich wie zum Schutz in die Ausläufer des Monte Capanne Massivs schmiegt, wäre sicherlich auch einen Abstecher wert. Wir allerdings biegen direkt in das 370 m höher gelegene Marciana Alta ab. In Serpentinen schrauben wir uns den Berg hinauf, mit jedem Meter wird es gefühlt kälter, nebliger und feuchter.

Marciana Alta

Marciana Alta wurde bereits 35 v. Chr. von den Römern gegründet. Die Familie Appiani, die nach den Pisanern ab Ende des 13. Jahrhunderts auf Elba herrschte, wählte den Ort sogar als ihren Regierungssitz. Sie bauten die Fortezza Pisana aus und errichteten unterhalb ihren schlichten Palazzo, der heute in Privatbesitz ist.

Auf alten Pilgerwegen zum Santuario Madonna del Monte

In Marciana folgen wir vom Parkplatz unterhalb des Ortes nicht den Massen von Menschen, die mit der Seilbahn den Monte Capanne, den höchsten Berg der Insel, erobern wollen (übrigens ein spektakulärer Korblift, wie wir ihn auch von Südtirol kennen). Sondern wandern quer durch das wunderschöne Bergdorf und über einen alten Pilgerweg hinauf zur Wallfahrtskirche Madonna del Monte.

Wanderung von Marciana zur Wallfahrtskirche Madonna del Monte auf Elba

Wanderweg von Marciana zur Wallfahrtskirche Madonna del Monte auf Elba

Wanderung von Marciana zur Wallfahrtskirche Madonna del Monte auf Elba
Auf alten Pilgerwegen zur Wallfahrtskirche Madonna del Monte

Der steinige Pilgerweg führt durch einen Kastanienwald, fast immer mit Blick aufs Meer. Und immer bergauf, was uns langsam ganz schön ins Schnaufen bringt. Eine Dreiviertelstunde und 200 Höhenmeter später erreichen wir die Wallfahrtskirche Madonna del Monte.

Ein wirklich toller Ort ist das hier oben, mit einer ganz eigenen Stimmung. Auch Napoleon soll sich hier gerne aufgehalten haben – allerdings weniger aus spirituellen Beweggründen sondern eher, um in der diskreten Abgeschiedenheit Zeit mit seiner Geliebten zu verbringen.

Die Wallfahrtskirche Madonna del Monte auf Elba
Ein Ort mit besonderer Stimmung: Wallfahrtskirche Madonna del Monte

Von hier oben könnten wir quer über den Berg weiter nach Pomonte an der Westküste laufen. Da aber das Wetter nicht wirklich mitspielt und uns auch die Busverbindungen für die Rückfahrt zu unsicher sind, verwerfen wir diesen Plan. Dafür entdecken wir – wie schon gestern – auf spontanen Abstechern tolle Orte. Bereits kurz nach der Kirche weist ein Wegweiser zum Aussichtspunkt „Belvedere“ mit riesigen Felsformationen und weitem Blick über Elbas Küste. Ein Abstecher, der sich wirklich lohnt!

Ausblick beim Wandern auf Elba von Marciana Alta nach Pomonte

Wie es hier oben wohl aussieht und duftet, wenn im Frühsommer die Macchia blüht? Wir werden es definitiv irgendwann rausfinden müssen 🙂

Ausblick beim Wandern auf Elba von Marciana Alta nach Pomonte


⇒ Infos zur Wanderung von Marciana Alta zur Madonna del Monte

  • Länge: 5 km
  • Anforderung: einfach
  • Nicht barrierefrei
  • Einkehrmöglichkeiten: Schöne Restaurants und Cafés in Marciana Alta

Unsere Route haben wir dir zum Nachwandern mit Komoot aufgezeichnet


Ausblick auf Marciana Marina auf Elba

Ausblick auf Marciana Alta
Auf der Weiterfahrt gibt’s nochmal tolle Blicke hinunter nach Marciana Marina und zurück nach Marciana Alta

Küstenwanderung um Sant´Andrea

Da unten am Meer die Sonne strahlt wollen wir den Nachmittag nutzen, um dort noch ein wenig spazieren zu gehen. Von Sant´Andrea führt ein Küstenweg bis nach Marciana Marina. Diesen schaffen wir zwar nicht mehr komplett, aber schon der Einstieg in Sant´Andrea lohnt sich total! Über riesige ausgewaschene Felsen, mit teilweise in den Stein gehauenen Wegen, wandert man direkt über dem glasklaren Meer.

SUP Paddler auf Elba

Der Strand von Cotoncello
Der Strand von Cotoncello

⇒ Infos zur Wanderung von Sant Andrea nach Marciana Marina

Findest du auf der Tourismusseite der Insel Elba und im Reiseführer „Elba“ aus dem Reise Know How Verlag.


Ein Roadtrip in den Sonnenuntergang: Elbas Westküste

Umwege sind meistens die schönsten Wege, oder? Und so düsen wir mit unserem Roller in der Nachmittagssonne im großen Bogen entlang der Westküste zurück zum Campingplatz. Hätten wir doch bloß mehr Zeit! Überall zweigen schmale Pfade ab zu versteckten Buchten und eigentlich bräuchte man einen ganzen Tag, um hier alles zu erkunden und zwischendurch ins Meer zu hüpfen.

Aber egal, allein die Ausblicke sind genial und wir genießen den kleinen Roadtrip in den Sonnenuntergang. Als erstes stoppen wir am Aussichtspunkt Punta Nera, dem westlichsten Punkt der Insel. Hier fühlen wir uns fast ein bisschen an unseren geliebten Chapman´s Peak Drive in Kapstadt erinnert.

Aussichtspunkt Punta Nera Westkueste Elba
Blick vom Aussichtspunkt Punta Nera

Als nächstes lohnt sich ein Halt am kleinen Strand vom Chiessi. Das Besondere und Schöne dort sind die riesigen Granitblöcke, auf denen man es sich zwischen bunten Booten gemütlich machen kann.

Pomonte, ein kleines Dorf zwischen Bergen und Meer, könnten wir uns richtig gut als Basis für einen Elba-Besuch vorstellen, falls wir mal ohne Wohnmobil unterwegs sind.

Elba hat ja echt einige tolle Buchten und Strände zu bieten – die Spiaggia di Fetovaia an der westlichen Südküste gehört (zumindest in der ruhigeren Nebensaison) auf jeden Fall dazu.

Fetovaia Strand Elba
Der Strand Fetovaia im Abendlicht

Entspannter Spätsommertag am Meer & Bummel durch Portoferraio

Da das Wetter heute mit 20 Grad und Sonnenschein nochmal richtig toll werden soll, entscheiden wir uns für einen entspannten Strandhopping- und Städte-Tag. Wir starten in Richtung Portoferraio und biegen vor Elbas Hauptstadt in Richtung Capo d´Enfola ab. Das Kap streckt sich als kleine Halbinsel ins Meer und auf dem Weg nach Enfola zweigen einige Wege zu tollen Stränden ab.

Unser erster Stopp sind die nebeneinander liegenden Strände Spiaggia La Sorgente und Spiaggia Sansone. Beide sind zu Fuß über einen teils schmalen Pfad erreichbar, geparkt wird an der Straße Richtung Enfola (was sich im Sommer sicherlich extrem schwierig gestaltet).

Der Spiaggia La Sorgente ist ein kleiner Strand aus weißem Kies, umgeben von hohen Felsen. Das Wasser scheint dadurch noch viel klarer und die aus dem Meer ragenden Felsen tun ihr übriges, dass uns dieser Ort eher an die Karibik als ans Mittelmeer erinnert.

Die Spiaggia la Sorgente ist ein toller Strand auf Elba nicht weit von Portoferraio
Spiaggia la Sorgente

Einen kleinen Fußmarsch weiter erreicht man den Spiaggia di Sansone, einer der schönsten, aber auch beliebtesten Stränden auf Elba. Während in der Hochsaison Liegen und Boote vermietet werden und der Andrang bestimmt groß ist, genießen jetzt im Oktober nur noch ein paar letzte Sonnenanbeter das angenehme Wetter. In Zeiten von Corona ist uns das trotzdem zu eng, aber zum Glück bleibt uns im Schatten ganz am Ende der Bucht genügend Einsamkeit 😉

Uns gefällt es so gut, dass wir überhaupt nicht weiter wollen. Lieber gönnen wir uns noch leckere Pasta und ein Gläschen Weißwein im Sansone Reef, einer Strandbar mit Aussicht direkt oberhalb der Sansone Bucht.

La Spiaggia di Sansone an der Nordküste von Elba
Unglaublich schön: La Spiaggia di Sansone

La Spiaggia di Sansone an der Nordkueste von Elba

Erst am Nachmittag können wir uns losreißen, wir wollen ja auch noch ein bisschen durch Portoferraio bummeln.

Leider stoße ich erst abends im Internet zufällig darauf, dass es einen wohl richtig schönen und aussichtsreichen Wanderweg über die Landzunge zum Capo d´Enfola gibt. Also falls du mal dort bist und das Kap zu Fuß entdeckst, schreib uns gerne was wir verpasst haben 😉

Bummel durch Portoferraio

In Portoferraio, Elbas quirliger Hauptstadt, kann man sich auf Napoleon-Spurensuche begeben. Oder man lässt sich wie wir einfach mit einem Eis in der Hand durch die bunten Gassen treiben. Von den alten Medici Festungen aus hat man einen tollen Blick über die Altstadt, ihren Hafen und die bergige Insel im Hintergrund.

Blick auf Portoferraio von der Festung Forte Falcone
Toller Blick über Portoferraio von der Festung Forte Falcone

Mit einem Eis am Hafen von Portoferraio auf Elba

Von der Festung Forte Falcone aus laufen wir durch die typisch italienischen Gassen vorbei an Napoleons Winterresindenz Villa dei Mullini, heute ein Museum. Auf einen Besuch verzichten wir wegen Corona, lieber schlendern wir weiter zur sternförmigen Festung Forte Stella mit ihrem Leuchtturm und schönen Ausblicken.

Abenteuerlicher Abschied von Elba

Am nächsten Morgen geht unsere Fähre zurück aufs Festland. Stürmisches Wetter ist angesagt, das Meer ist unruhig, der Himmel tiefgrau. Die Einschiffung zieht sich, alle Fahrzeuge werden ohne jegliche Ticketkontrolle auf die Fähre gewunken. Die Mitarbeiter wirken gestresst und angespannt – wir hören Gerüchte, dass heute wohl nicht mehr viele Fähren fahren werden. Ich bin wirklich mehr als froh, als wir nach einer Stunde mit heftigem Seegang wieder in Piombino anlegen. Erst später hören wir im Radio, welche Zerstörungen die Unwetter der vergangenen Nacht in Norditalien, im Tessin und vor allem im Hinterland von Nizza in Südfrankreich angerichtet haben. Puhhh…

Infos & Tipps: Mit dem Wohnmobil nach Elba

Mit der Fähre nach Elba

Wer mit dem Auto oder Wohnmobil nach Elba reist, nimmt am besten die Fähre ab Piombino in der Toskana. Insgesamt vier Fährgesellschaften steuern die Insel an, Verbindungen gibt es zu den Häfen Portoferraio, Rio Marina und Cavo. Wir haben uns über die Buchungsplattform der Tourismuswebsite Elba Info die günstigste Verbindung anzeigen lassen (in unserem Fall mit Moby Lines nach Portoferraio) und dort auch direkt gebucht. Mit dem elektronischen Ticket auf dem Handy kann problemlos eingecheckt werden, die normale Überfahrt nach Portoferraio dauert rund 60 Minuten.

Während wir in der Nebensaison ganz spontan gebucht haben, empfiehlt sich im Sommer sicherlich eine rechtzeitige Reservierung.

Das Wetter auf Elba // Reisezeit

Während in den Sommermonaten vermutlich eher Strandurlaub auf Elba angesagt ist, eignet sich die Insel im Frühling und Spätsommer perfekt zum Erkunden und Wandern. Anfang Oktober hatte es angenehme 20 Grad und sogar das Meer war noch warm genug zum Schwimmen. Im Frühling und Frühsommer wenn die Macchia blüht ist Elba ganz bestimmt ein Traum! Allerdings ist das Meer dann auch noch ziemlich kühl. Grundsätzlich herrscht auf der Insel typisches Mittelmeerklima, das Wetter auf Elba ist noch etwas milder als auf dem toskanischen Festland.

Wir persönlich würden nicht unbedingt in der Hauptreisezeit Juli und August auf die Insel reisen, da sie uns zu dieser Zeit zu voll wäre und die Temperaturen zu hoch zum Wandern.

Camping auf Elba // Campingplätze und Stellplätze

Camping auf Elba scheint ziemlich beliebt! Campingplätze gibt es zahlreiche auf der Insel, Stellplätze dagegen sind ziemlich rar. Neben großen Plätzen mit riesiger Infrastruktur gibt es auch einige kleinere, naturnahe Campingplätze, die uns ganz gut gefallen haben. Wir waren wirklich erstaunt, dass wir Ende September, Anfang Oktober spontan nur sehr schwer einen freien Campingplatz gefunden haben. Vor allem wenn man bedenkt, dass deren Saison meistens nur bis Mitte Oktober dauert.

Aus Mangel an Alternativen haben wir uns auf dem Campingplatz Camping del Mare in Marina di Campo einquartiert (92 EUR für 4 Nächte). Ein kleiner Platz mit sauberen Sanitäranlagen, Strandzugang und sehr netter Leitung. Allerdings sind die Parzellen nicht wirklich sehr schön bzw. fehlt ihnen einfach etwas Flair. Auch die Bucht von Marina di Campo und der Ort selbst haben uns leider nicht begeistert.

Für unsere nächste Reise nach Elba mit dem Wohnmobil kommen folgende Campingplätze in die engere Wahl:

  • Camping Scaglieri im Norden der Insel, nicht weit von Portoferraio, mit schönen terrassierten Plätzen und Blick über die Bucht
  • Camping Laconella an der sehr schönen Laconella Bucht mit eher naturbelassenen Stränden im Süden der Insel
  • Agricamping bzw. Campingplatz auf dem wunderschönen Agriturismo Orti di Mare über der Bucht von Lacona
  • Camping La Sorgente im Norden der Insel, ein kleiner Campingplatz direkt an den tollen Stränden La Sorgente und Sansone

Rumkommen auf Elba // mit dem Wohnmobil über die Insel

Sich mit dem Wohnmobil auf Elbas Straßen zu bewegen, ist kein Problem. Schwieriger wird es da, einen Parkplatz zu bekommen – vor allem natürlich während der Hauptsaison.

Einige Orte sind durch Buslinien miteinander verbunden (frage beim Campingplatz nach aktuellen Busfahrplänen). Ob es allerdings möglich ist, den gesamten Aufenthalt mit den Öffentlichen zu planen weiß ich leider nicht.

Wir hatten unseren kleinen Roller dabei, so konnten wir das Wohnmobil auf dem Campingplatz stehen lassen und waren absolut flexibel mobil. Natürlich kannst du auf Elba auch einen Roller mieten, hier findest du eine gute Übersichtsseite der Vermieter. Unsere Camping-Nachbarn sind jeden Tag mit den Fahrrädern losgezogen – das ist aber vermutlich eine ganz schön schweißtreibende Angelegenheit.

Informieren // Reiseführer und Wanderführer für Elba

Zwar sind wir sehr spontan auf die Insel gedüst, hatten aber zum Glück dennoch einen Reiseführer dabei, den wir uns bereits im Jahr zuvor zugelegt hatten. Der Reiseführer „Elba“ vom Reise Know-How Verlag bietet einen guten Überblick und enthält zusätzlich 17 Wanderungen – für uns eine prima Kombination:

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Mit an Bord war auch der Reise Know-How Wohnmobil Guide Toskana & Elba * sowie der Toskana Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag *


⇒ Viele weitere Elba Tipps findest du auf Kerstins Blog Bitte Richtung Meer 


Unser Fazit: Elba, wir kommen wieder!

Elba mag sicherlich nicht so wild sein wie Korsika, die Strände nicht so endlos wie auf Sardinien. Dafür bietet die Insel auf kleiner Fläche super viele Möglichkeiten für Entdeckungen, Wanderungen oder auch Strand-Hopping. Nur eine knappe Stunde vom Festland entfernt, lässt sich Elba sehr gut in einen Toskana Roadtrip einbinden. Und da es kaum ein Jahr gibt, in dem wir nicht durch die Toskana reisen, werden wir die Insel sicher bald nochmal besuchen. Denn gesehen und gemacht haben wir noch längst nicht alles!

Ganz viel Italien Inspiration auf Road Traveller


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